Solidarität mit Rojava! Kein Fußbreit dem Faschismus!

Protest gegen den angekündigten Aufmarsch der türkisch-nationalistischen und islamistischen Rechten in Kassel am Samstag, 19. Oktober 2019

Aufruf des Bündnisses gegen den türkisch-faschistischen Aufmarsch in Kassel:

SOLIDARITÄT MIT ROJAVA – Kein Fußbreit dem Faschismus

Seit dem 09. Oktober 2019 führt die türkische Armee einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die autonome Selbstverwaltung in Nord- und Ostsyrien, die auch als Rojava bekannt ist. Am kommenden Samstag haben türkische NationalistInnen und FaschistInnen zu einer Kundgebung aufgerufen, um ihre Kriegsunterstützung auf Kasseler Straßen zu tragen und Andersdenkende einzuschüchtern.

GLOBALER RECHTSRUCK – INTERNATIONALER WIDERSTAND

In den letzten Monaten haben sich in Kassel tausende Menschen positioniert: gegen rechten Terror, gegen Hetze und Ausgrenzung. Dass Kassel, Wolfhagen und viele weitere deutsche Städte nach dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten ein solches Zeichen gesetzt haben, ist gut und unbedingt notwendig. Schließlich geschah der Mord nicht aus dem Nichts. Er ist Ausdruck eines gesellschaftlichen Klimas, das zunehmend von Hass, Ignoranz und gegenseitiger Abgrenzung geprägt ist. Rechte Ideologien sind weltweit auf dem Vormarsch. Mörder wie Stefan Ernst erhalten auch deswegen Rückenwind, weil in Deutschland, Europa, Brasilien, den USA oder der Türkei rechte und faschistische Ideen immer weiter Fuß fassen können. Diese rechte Gewalt ist tödlich, ob sie nun von militanten Neonazis wie Combat 18 oder dem NSU hierzulande oder aber von despotischen Regimen außerhalb Kassels verübt wird. So wie wir hier auf die Straße gehen, um zu demonstrieren und Haltung zu zeigen, tun dies ebenso Menschen weltweit. Ob in Mexiko, Katalonien, Hongkong oder Rojava – überall ist Widerstand.

WAS HAT DER KRIEG GEGEN NORDSYRIEN MIT KASSEL ZU TUN?

Kassel ist ein wichtiger Standort für Rüstungsgüter. In den Werken von Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann (KMW) wird mitten unter uns Kriegsgerät produziert. Dieses wird auch an die türkische Regierung geliefert. Es sind Panzer und Rüstungsgüter aus Kassel, die andernorts auf jene gerichtet sind, die so wie wir auf die Straße gehen, für ein friedliches und demokratisches Miteinander.
So geschieht es derzeit in Nordsyrien. Inmitten des Krieges in Syrien haben die Menschen dort begonnen, ein neues, demokratisches Syrien aufzubauen und zeigen dabei klare Haltung gegen faschistische Ideologien. Doch auch im Mittleren Osten sind rechte Regime auf dem Vormarsch, mit dem türkischen Staat unter Erdoğan an vorderster Front. Zusammen mit den Dschihadisten des IS ist er die akuteste Bedrohung für die junge Demokratie – die Waffen aus den Fabriken Kassels unterstützen seine Drohgebärden.

GEMEINSAM GEGEN RECHTEN TERROR

Wenn wir also wie in den vergangenen Monaten für ein Ende der rechten Gewalt zusammen auf die Straße gehen, dann müssen wir unseren Blick auch über Kassel hinaus richten. Wir müssen dagegen protestieren, dass mit den Waffen, die vor unserer Haustür produziert werden, weltweit Demokrat*nnen bedroht und getötet werden. Erst dann können wir wirklich gemeinsam gegen rechten Terror einstehen.

Wir wollen deshalb am Samstag, 19.10., ab 16 Uhr auf dem Scheidemannplatz in Kassel zusammenkommen und uns solidarisch mit dem Kampf der Menschen in Rojava zeigen und uns dem türkischen Faschismus hierzulande entgegenstellen:

OB KASSEL ODER KOBANÊ: KEIN FUSSBREIT DEM FASCHISMUS!

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