Gǎi Dào Nr. 67 – Juli 2016


Druckausgabe:
 Vorlage farbig  Abonieren  Online bestellen (DE)  Online bestellen (AT)  Infoläden


Auflage: 160 | Downloads: 1392

gaidao-67-coverEin großes Hallo an alle (zukünftigen) Gefährt*innen,

es liegt eine Menge in der Luft und in dieser Ausgabe ist wieder ein schwarz-buntes Potpourri zu entdecken, das euch hoffentlich neugierig macht.

In Frankreich gehen immer noch viele Menschen auf die Straße, um ihre Wut gegen weitere Beschneidungen ihrer Rechte, durch die neuen Arbeitsmarktreformen, zu zeigen. In der Türkei wurde, zum Anfang der „Pride-Week“, eine LGBTQI*-Demonstration nahe des Taksim-Platzes von Cops angegriffen und in Berlin ein Hausprojekt teilgeräumt und ihrer öffentlichen Räume bestohlen. Und das ist leider nur ein kleiner Ausschnitt, wie ihr in den „Kurzmeldungen aus aller Welt“ nachlesen könnt. Staaten versuchen mit aller Macht unsere Ideen von Selbstbestimmung zu zerstören. Das kostet viel Kraft, aber wir halten dagegen so gut wir alle können, denn auch das wird zum Glück immer wieder deutlich.

Doch um gemeinsam wichtige Schritte hin zu einer befreiten Gesellschaft zu gehen, sind nicht nur die Auseinandersetzungen mit der Gesellschaft wichtig, auch innerhalb von unseren Bewegungen ist das mehr als relevant. Wir dürfen nicht vergessen, das auch wir alle in dieser Welt sozialisiert wurden und mit ihren „Wahrheiten“ aufgewachsen sind. Daher sind in dieser Ausgabe zwei Texte, die nachfragen und erklären, warum es wichtig ist, aufeinander acht zu geben und sich eigener Privilegien bewusst zu werden. Einerseits ist dies der Text „Privilegien in Frage stellen“. Hier geht es um die Situation von Aktivist*innen, die sich im internationalistischen Kontexten, z.B. in/für Rojava, engagieren und ihre eigene Privilegien dabei vergessen. Zum anderen der Text „Drogen für eine befreite Gesellschaft?“, der die Allgegenwärtigkeit von Drogen und die fehlende Sensibilität mit Betroffenen von Drogenmissbrauch, auch innerhalb von anarchistischen Kreisen, kritisiert.

Empfehlen können wir euch noch die „No Border“-Webserie, die über emanzipatorische Aktivitäten an verschiedenen Orten berichtet. Das Projekt vom Sur Negro Communications-Kollektiv wird in dieser Ausgabe vorgestellt. Wir erwarten weitere Folgen mit Spannung, weil wir alle voneinander – und den Kämpfen die wir führen – lernen können.

Und ja: es ist Sommer. Also schnappt euch eure Freund*innen und Gefährt*innen, diskutiert mit ihnen über diese Ausgabe am Badesee, lasst die Füße baumeln, aber vergesst dabei bitte nicht, diese Welt zu verändern!

Es grüßt euch,

das Gai Dào-Redaktionskollektiv