Silvester zum Knast…

Das Anarchistische Forum Köln unterstützt folgenden Aufruf des Autonomen Knastprojekts:

Silvester zum Knast – auch ohne Erlaubnis der Bullen

„In vielen Städten ist es Tradition am Silvesterabend zum Knast zu gehen, um den Gefangenen wenigstens an diesem Tag zu zeigen, dass sie nicht vergessen sind. In den meisten Städten werden diese Knastbesuche nicht mehr angemeldet.

Wir hier in Köln sind ja eigentlich lieb und brav. Deshalb haben wir die Silvesterknastkundgebungen immer angemeldet. Die Gründe dafür waren, dass wir davon ausgingen dass mehr Leute kommen, wenn angemeldet ist. Ausserdem war es unser Ziel, den Gefangenen unsere Botschaften und Grüße rüberzubringen. Um aber mit der großen Anlage auffahren zu können, schien uns die Anmeldung unumgänglich. Wir wollten an diesem Tag nicht vorrangig Stress mit den Bullen.

Offensichtlich sahen die das ganz anders. Immer wieder wurden Leute von uns rausgegriffen und die Demo vorzeitig gestoppt. Im letzten Jahr kamen wir nur ein paar Meter weit. Unter diesen Bedingungen hatten wir keine Chance, den Gefangenen was zu vermitteln. Trotz großer Anlage. Als dann kleine Gruppen nach der von uns aufgelösten Demo mit Rufen und Megas die Gefangenen grüßten, kam aber ne Rückkopplung. Sie wurden also gehört.

Angesichts des Vorgehens der Bullen in den letzten Jahren sehen wir keinen Sinn mehr darin, noch mal ne Demo anzumelden. Wir müssen den Kakao nicht auch noch trinken, durch den sie uns ziehen.

Silvester zu den Knästen und Abschiebezentren!

Wir fordern deshalb alle knastkritischen Leute auf, am Silvestertag in kleinen Gruppen zum Knast zu gehen und mit Megas oder einfach nur durch Rufen die Gefangenen zu grüßen. Böller und Raketen sind an diesem Tag ja auch überall erlaubt. Am besten wär’s, wenn sich dadurch viele kleine Besuche „zufällig“ über den ganzen Tag verteilt ergeben.

Auf Nachfrage würden wir Euch auch mitteilen, wo aus unserer Sicht die besten Stellen sind, um die Gefangenen akustisch zu erreichen. Das ist ja in Köln nicht so einfach, da der Knast auf Isolation aufbaut. Das heißt die Knastarchitektur hat sich Mühe gemacht, um die Gefangenen von der Aussenwelt abzuschneiden.

Ganz grob: Direkt vor dem Knasteingang zu stehen, ist wenig sinnvoll.. Dort ist nur die Verwaltung. Von der Rochusstraße aus betrachtet sind rechts vom Eingang U-Haft-Häuser der Männer. Links sind die Frauen eingesperrt, erst Strafhaft, weiter außen U-Haft. Am schwersten ist das Strafhafthaus der Männer.akustisch zu erreichen. Wer Silvesterdemos früherer Jahre kennt, weiß ja Bescheid: in die Butzweiler Straße einbiegen! Haus 11, ein etwas höher herausragender Bau, ist dann ziemlich am Ende des Knastgeländes, angrenzend an das Gelände der ehemaligen belgischen Kasernen, jetzt neu bebaut.

Bestehende Gruppen müssten aus unserer Sicht in der Lage sein, ihren Knastspaziergang autonom zu organsieren. Knastkritische Individuen können sich gerne an uns wenden. Wir versuchen dann Gruppen zu vermitteln, denen sie sich anschließen können.

Falls es bei Eueren friedlichen Spaziergängen Stress mit Bullen geben sollte, die sich zufällig auch dort aufhalten, nervt sie mit Hinweisen auf Bewegungsfreiheit im öffentlichen Raum, habt aber für den Notfall auch die Telefonnummer des EA im Kopf oder irgendwo greifbar.

Wir hoffen sehr darauf, dass durch Euere Improvisation oder Koordination an vielen Stellen des weitläufigen Knastgeländes und zu unterschiedlichen Zeiten Grüße an Gefangene über die Scheiss-Mauer kommen.

FÜR GESELLSCHAFT OHNE KNÄSTE
und ohne Reglementierung unserer Spaziergänge“

(http://autonomes-knastprojekt.blogspot.de/2015/12/silvester-zum-knast-auch-ohne-erlaubnis.html)

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