Bildung geht uns alle an!

Flugblatt zum Bildungsstreik im November 2009

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Bildung geht uns alle an!

Immer weiter wird unser sowieso schon marodes Bildungssystem demontiert. Statt freie Bildung und gleiche Chancen für alle zu ermöglichen, wird unsere Bildung verstärkt einer Klasseneinteilung unterzogen. In der Schule wird der schwer widerrufliche Grundstein für das spätere Leben gelegt. Eingeteilt in ein Raster, das sich schon früh im Dreiklassen-Schulsystem über Kinder legt, gibt es wenig Chancen aus dem vorbestimmten Weg auszubrechen.

Sollten unsere Bildungsdruckgeplagten jedoch das Privileg haben der höheren Bildungskaste anzugehören und ein Studium beginnen zu können, wird ihnen durch den Leistungsdruck des Bachelor-/ Mastersystems und das BAfÖG-Amt das Leben zur Hölle gemacht. Weit verbreitete Auswirkung wie Panikattacken und Depressionen werden hingenommen und mit Psychopharmaka gemildert. Schließlich muss ausgesiebt werden; denn auch im Arbeitsleben herrscht Leistungsdruck...

Dieser Bildungsdarwinismus sichert den Herrschenden ein Gleichgewicht, welches Ihnen genug Menschenmaterial für „niedrige Tätigkeiten" bietet.

Nicht nur der Rahmen des bestehenden Bildungssystems ist krank, sondern auch seine Inhalte. Schon von klein auf werden wir in der Schule zu braven SöldnerInnen der Herrschenden gemacht. Egoismus und Opportunismus werden gelehrt - statt solidarischem Verhalten. Jede/r soll sich selbst am nächsten sein. Geld verdienen und vermehren ist das höchste Ziel unserer Gesellschaft. Petzen wird belohnt. Subversive Subjekte, welche sich gegen Ungerechtigkeit auflehnen, Solidarität organisieren, werden bestraft. So werden SchülerInnen schon früh auf das Leben im Kapitalismus vorbereitet. Sie werden gewappnet für Mobbing und Konkurrenzkampf am Arbeitsplatz. Unsere Bildung steht fast ausschließlich im Dienste der kapitalistischen Verwertungsgesellschaft.

Geradezu lächerlich ist die Gewichtung der Bildungsinhalte. Schon in der Grundschule wird nun Englisch gelehrt. Was ja an sich nicht schlimm ist. Dafür wurden aber die Musischen Fächer krass zusammengestrichen. Schließlich müssen wir ja dem wachsenden Druck der Schwellenländer Rechnung tragen. So werden schon die Kleinsten auf ihr Leben in der „Business-Welt" vorbereitet.

Wenn wir uns dann die Gewichtung der finanziellen Unterstützung in den Studiengängen ansehen geht der Bildungsmord weiter. Geisteswissenschaften und künstlerische Studiengänge werden extrem benachteiligt zu Gunsten der Studiengänge die „wirklich" etwas bringen und für die es im Kapitalismus eine vernünftige Verwendung gibt.

Schüler und StudentInnen welche sich in Ihrer natürlichen Lebensfindungs-Phase befinden, werden genötigt, sich schnell zu entscheiden welchen Weg sie gehen „wollen". Denn Lücken im Lebenslauf machen sich nicht so gut. Länger zu studieren als die Regelstudienzeit können sich eh nur reiche leisten.
Und wer als Nicht-Reiche/r studieren will, muss sich gnadenlos verschulden oder sein Leben ausschließlich dem Lernen und Arbeiten widmen.

Wenn wir nicht die Bildung ändern werden wir auch nicht die Welt ändern.
Für eine befreite Bildung in einer befreiten Gesellschaft!

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