Pressemitteilung: Bundesweite Flüchtlingsproteste erreichen Karlsruhe – Bustour macht an der LASt halt

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Tagtäglich müssen Menschen aufgrund von Krieg, politischer Verfolgung, Hunger oder absoluter Armut ihre Heimat verlassen.
Meistens ist die Flucht verbunden mit äußersten Strapazen und Qualen, oft müssen lange Fußmärsche zurück gelegt werden, die eigene Familie und das soziale Umfeld werden verlassen, hunderte Menschen sterben jedes Jahr beim Versuch nach Europa zu fliehen.

Nach den Strapazen und Erniedrigungen, die die Menschen auf der Flucht in die EU überstehen müssen, werden sie oft in Lager wie beispielsweise der LASt (Landesaufnahmestelle für Flüchtlinge in Baden-Württemberg) einquartiert. Die Einquartierung in eines dieser Lager stellt für die Menschen die nächste Erniedrigung dar und ist untragbar. Die Selbstbestimmung der Menschen wird dabei fast vollständig ausgehebelt.

In der Karlsruher LASt beispielsweise wird der Strom nachts abgeschaltet und die Nutzung von Herdplatten zur Zubereitung von Essen ist den Menschen untersagt.

Petra Schwarz, Pressesprecherin der Libertären Gruppe Karlsruhe erklärt dazu:

Immer noch werden Asylsuchende in Deutschland mit einer Residenzpflicht belegt, was bedeutet, dass ihre Bewegungsfreiheit um ihren meist staatlich bestimmten Aufenthaltsort stark eingeschränkt ist.

Auch ein normaler Einkauf ist für viele der Menschen in Flüchtlingslagern ebenso nicht möglich. Meistens müssen Asylsuchende mit entwürdigenden Lebensmittelgutscheinen oder Essenspaketen auskommen.

All dies und die grundsätzliche Tatsache dass Menschen abgeschoben werden, sich nicht frei bewegen können und von Internierung betroffen sind, sind Gründe aus denen Widerstand erwächst. Wir begrüßen und unterstützen die derzeit stattfindende Selbstorganisation der geflüchteten Menschen und solidarisieren uns mit ihnen.“

In Berlin sind seit dem letzten Jahr hunderte Flüchtlinge angekommen und haben ein Protestcamp am Oranienplatz und in einer besetzten Schule aufgeschlagen. Sie protestieren damit gegen die menschenunwürdigen Lebensbedingungen von Flüchtlingen in Deutschland. Zuvor starteten sie aus Würzburg einen „Marsch der Würde“ bis nach Berlin.

Eine Gruppe Flüchtlinge und Unterstützer_innen hat sich nun mit zwei Kleinbussen aufgemacht, um andere Menschen in Lagern und Heimen in ganz Deutschland über ihren Kämpfe zu informieren. Am Freitag, den 8. März wird die REFUGEES‘ REVOLUTION BUSTOUR auch in Karlsruhe Halt machen.

Ab 14:30 Uhr möchten die Aktivist_innen die Bewohner_innen der LASt und anderen Unterkünften über ihre Kämpfe informieren.

Petra Schwarz äußert sich folgendermaßen:

Wir heißen die Flüchtlinge in Karlsruhe willkommen. Sie sind ein Teil unserer Gesellschaft. Wir unterstützen ihre Forderungen nach der Abschaffung der Residenzpflicht, der Schließung aller Flüchtlingslager und fordern ein Ende der Abschiebepraxis. Wir brauchen vielmehr eine Bekämpfung der Fluchtursachen als die Bekämpfung der Menschen, die aus einer Notsituation heraus ihr Zuhause verlassen mussten.“

Am Freitag Abend um 19 Uhr wird ein Workshop in der Viktoriastraße 12 (Hinterhaus) statt finden.

Vertreter_innen der Presse sind zu beiden Veranstaltungen herzlich eingeladen. Für Samstag Vormittag ist eine weitere Pressekonferenz geplant, bevor die Flüchtlinge ihre Bustour Richtung Frankfurt fortsetzen. Der Ort für die Pressekonferenz wird noch bekannt gegeben.

Die Bustour endet am 20. März in Berlin, dort findet drei Tage später, ein Jahr nach dem Beginn der Proteste, eine bundesweite Demonstration statt, wo Flüchtlinge und ihre Unterstützer_innen nochmals für eine menschenwürdiges Leben auf die Straße gehen werden.

Alle Informationen gibt es hier:

refugeesrevolution.blogsport.de
www.refugeetentaction.net

Presseartikel: ka-news.de

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