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Gruppenbeschreibung:

Was ist Anarchismus?

Wir sind Anarchist_innen. Das bedeutet, dass wir eine Gesellschaft fordern und anstreben, in der alle nach ihren Bedürfnissen leben und nach ihren Fähigkeiten beitragen können. Eine Gesellschaft, in der wir nicht gezwungen sind, unseren Tag mit nervtötender und langweiliger Arbeit zu verbringen oder von Menschen auf dem Amt fertig gemacht zu werden, nur damit wir uns eine Wohnung, ein Monatsticket, ein Smartphone oder vegane Schokolade leisten können. Das System, das uns aktuell genau dazu zwingt, ist der Kapitalismus.
Da wir den Kapitalismus als Ganzes abschaffen wollen, wenden wir uns selbstverständlich gegen Versuche, die Ursachen gesellschaftlicher Konflikte einzelnen Menschen, Gruppen oder erfundenen “Verschwörungen” zuzuschreiben, wie es Antisemit_innen gerne tun.
Auch in einer freien und gleichen Gesellschaft werden wir wahrscheinlich arbeiten und anstregende oder unangenehme Aufgaben unter uns aufteilen, aber eben nur so weit wie wir können und wollen und ohne dass wir unser Leben von Strukturen bestimmen lassen, die sich unserer Kontrolle entziehen. Wir wollen selbstorganisiert leben und uns dabei nicht den Interessen einzelner Menschen oder den Zwängen einer Gesellschaft unterwerfen. Unserer Meinung nach hält eine Welt, welche auf der Grundlage gegenseitiger Beziehungen zwischen Menschen auf Augenhöhe organisiert ist, ein besseres Leben für alle bereit. Wir sind davon überzeugt, dass es nicht nur richtig, sondern auch möglich ist, diese Gesellschaft zu erkämpfen.

Aktuelle Arbeit

Um dieses Ziel zu erreichen, organisieren sich manche Menschen in Gewerkschaften, unterstützen Andere darin, übergriffige Beziehungen zu verlassen, betreiben soziale Zentren, kollektive Betriebe oder vieles Andere. Bei all diesen Tätigkeiten ist uns bewusst, dass sich unsere Freiheit nie auf Kosten Anderer verwirklichen lässt. Daher muss ein Kampf für diese Gesellschaft immer auch einen Kampf gegen verschiedene Formen der Unterdrückung mit einschließen. Es reicht uns dabei nicht, diese Strukturen außerhalb unserer Gruppe zu bekämpfen. Da wir immer auch selbst in diese Unterdrückungsformen verstrickt sind, müssen wir ihre Auswirkungen auch an uns selbst kritisieren und hinterfragen, wie wir durch sie, ohne es zu wollen, profitieren. Als Gruppe versuchen wir zur Zeit vor allem, anarchistische und antiautoritäre Inhalte und Gedanken zu verbreiten, indem wir zum Beispiel Veranstaltungen organisieren. Außerdem beteiligen wir uns an Aktionen gegen Faschist_innen und Nazis. Das heißt nicht, dass wir andere Formen der politischen Arbeit falsch oder weniger wichtig finden, es ist lediglich das, worauf wir uns zur Zeit konzentrieren. Sowohl als Einzelpersonen als auch als Gruppe werden wir immer wieder anders arbeiten und unsere Aktionsformen verändern.

Kultur und Vergnügen

In der vergangenen Zeit haben wir als Gruppe nicht nur Vorträge (mit-) organisiert, sondern auch Kneipenabende, Cafés, Parties, Filmvorführungen und Konzerte. All das sehen wir als Teil unserer politischen Arbeit, denn das Private ist politisch. Wir möchten Menschen die Möglichkeit geben, sich zu vernetzen, kennenzulernen und auszutauschen. Dafür wollen wir Räume zur Verfügung stellen, die unkommerziell und von Unterdrückungsformen weniger durchdrungen sind. Manchmal möchten wir auch “einfach” nur einen schönen Abend mit unseren Freund_innen haben, mit ihnen feiern und tanzen, abseits von der Gesamtscheiße.

Abgrenzung zur autoritären „Linken“

Manche von uns nennen die Gesellschaft, die wir fordern, Kommunismus und sehen sich als Teil einer sozialistischen Bewegung. Hierbei stehen wir autoritären Kommunist_innen äußerst kritisch gegenüber. Wir sind der Überzeugung, dass es nicht möglich ist, eine befreite Gesellschaft zu erreichen, indem versucht wird die Macht des Staates zu übernehmen. Staaten und ihre Gewalt tragen dazu bei, soziale Ungleichheiten, wie sie durch Kapitalismus und Patriarchat entstehen, aufrecht zu erhalten. Die Geschichte vieler historischer Bewegungen, wie der Oktoberrevolution, haben gezeigt: Der Abbau hierarchischer Strukturen erfordert ständige (Selbst-)reflexion und kann nicht mit dem Staat, sondern nur gegen ihn erreicht werden. Das schöne Leben für alle ist mit dieser Gewaltinstitution, die sich Staat nennt, nicht vereinbar. Wenn wir eine freie und gleiche Gesellschaft erreichen wollen, dürfen wir zudem nicht die Hierarchien und Gewaltverhältnisse der Gesellschaft innerhalb unserer eigenen Gruppen reproduzieren. Eine Gruppe, die auf Anführer zurückgreift, wird diese Ungleichheiten auch in der Gesellschaft wieder hervorbringen und eine Gruppe, die in ihrem Innern Gewalt anwendet, wird auch die Gewalttätigkeit der Gesellschaft verstärken und nicht bekämpfen. Unsere Methoden und Organisationen müssen im Einklang stehen mit unseren gesellschaftlichen Zielen.

Antifaschismus

Wenn wir die jetzige Gesellschaft mit libertären, also freiheitlichen Zielen ändern wollen, heißt das auch, dass wir ihre Entwicklung zu einer schlechteren nicht zulassen dürfen. So schrecklich die momentanen Zustände auch sind – die Systeme, die Faschist_innen und Nationalsozialist_innen errichten wollen, wären bei weitem schlimmer. Die Shoa, die Vernichtung von Millionen von Menschen auf der Grundlage einer wahnhaften Rassenlehre, lässt sich mit nichts vergleichen, was die jetzige Gesellschaft an Schrecklichkeiten hervorbringt. Auch wenn manche Rechte antikapitalistische oder antistaatliche Ziele vorgeben oder von Befreiung reden, offenbaren ihre menschenfeindlichen Antworten auf soziale und wirtschaftlichen Fragen ihre wahren Ziele. An die Stelle der liberalen Demokratien wollen sie Diktaturen setzen und bestimmte Gruppen von Menschen aus der Gesellschaft ausschließen. Deshalb macht auch Antifaschismus einen großen Teil unserer Arbeit aus. Entscheidend ist dabei, dass den Rechten der Raum genommen wird, ihre menschenverachtenden Aussagen zu verbreiten. Das größte Problem an der Bekämpfung menschenverachtender Positionen ist allerdings, dass unsere Gesellschaft diese Positionen in schwächerer Form bereits enthält. Die Bundesrepublik basiert auf rassistischen und sexistischen Strukturen wie dem „Ausländerrecht“ oder dem „Eherecht“. Für die Rechten ist es ein leichtes hieran und an die weit verbreiteten menschenfeindlichen Ansichten in der Gesellschaft anzuknüpfen. Aus diesem Grund ist Kritik an und Kampf gegen die Theorien der extremen Rechten und den Strukturen unserer Gesellschaft ein wichtiger Teil unserer Arbeit.

Feminismus

Unsere Gesellschaft wird bestimmt durch männliche Herrschaft. Ein System von Normen, Vorschriften, Privilegien und ganz konkreten Machtunterschieden, wie Einkommensunterschiede, verbindet sich zu einer Herrschaftsstruktur, die wir Patriarchat nennen. Wie wir uns kleiden, wo wir arbeiten, wie einfach wir die Straße entlang gehen können, wie sehr wir ernst genommen werden und vieles mehr sind Folgen dieser Ordnung. Dabei handelt es sich nicht um etwas natürliches, sondern ein von Menschen aufgebautes Herrschaftssystem. Männliche Herrschaft oder Patriarchat bedeutet für uns übrigens nicht einfach die Herrschaft von Männern über Frauen, sondern eine Herrschaftsordnung unter der alle leiden. Dass auch Männer unter dem Patriarchat leiden, darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass Machtpositionen und Privilegien ungleich verteilt sind.
Dieses Patriarchat wird uns dabei gerne unter dem Vorwand verkauft, Männer und Frauen seien von Natur aus unterschiedlich und das würde die Gesellschaft nur widerspiegeln. Mit diesen “natürlichen” Geschlechtern wird dann meist eine ebenso als natürlich angesehene Heterosexualität verknüpft. Alle Menschen, die entweder nicht in die Ordnung der zwei Geschlechter passen, oder nicht heterosexuell sind, werden dadurch als nicht normal oder widernatürlich bezeichnet. Diese behauptete Natürlichkeit deckt sich allerdings nicht mit den Erkenntnissen der biologischen Wissenschaft.
Auch wenn du dich mit der Geschlechterrolle, die dir das Patriarchat zuweist, identifizieren kannst, bist du von der Ordnung der Zweigeschlechtlichkeit betroffen. Zu jedem Geschlecht gehört nämlich auch eine Norm, die dich einschränkt und dir vorgibt, wie du dich zu verhalten hast. Als „Mann“ musst du stark sein und darfst keine Schwäche zeigen, als „Frau“ musst du als schwach erscheinen, sonst wird dir vorgeworfen, du wärst nicht „weiblich“ genug. Erst wenn Menschen realisieren, dass die Zwänge des Patriarchats unserer Freiheit und dem schönen Leben für Alle im Wege stehen, können sich die Verhältnisse grundlegend ändern. Daher wollen wir als Anarchist_innen diese Verhältnisse und damit auch das Patriarchat überwinden. Doch auch in der (radikalen) Linken wurden und werden Frauen, Lesben, Trans- und Interpersonen (FLTI*) oft nicht ernstgenommen oder als zweitrangig betrachtet. Mit diesem Bewusstsein müssen wir auch eigene und innerlinke Kontexte immer wieder reflektieren und kritisieren.

Föderationen

Als Gruppe sind wir in Föderationen organisiert. Föderationen sind Zusammenschlüsse von Gruppen, die gewisse Grundsätze teilen, aber nicht in allen Fragen die gleichen Positionen haben müssen und auch auf unterschiedliche Art und Weise arbeiten. Auf regionaler Ebene sind wir in der Anarchistischen Föderation Rhein Ruhr (AFRR) organisiert, welche Teil der Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen (FdA) ist. Die FdA ist Mitglied in der Internationale der Anarchistischen Föderationen (IAF). Dadurch wollen wir uns vernetzen, austauschen, Ressourcen bündeln und gemeinsam für eine neue Gesellschaft kämpfen. Als Teil dieser Föderationen und der linksradikalen und anarchistischen Szene finden wir es wichtig Kritik an uns selbst und unseren Strukturen zu äußern. Auch als Menschen, die die Freiheit und Gleicheit für Alle fordern, sind wir ein Teil der Gesellschaft und wurden in dieser sozialisiert.

Kontakt

wenn ihr Interesse an dem habt, was wir so tun, über unsere nächsten Veranstaltungen informiert werden oder auf unseren Newsletter gesetzt werden wollt, könnt ihr uns immer gerne ansprechen. Sonst erreicht ihr das AKK aber auch online:
FB: facebook.com/anarchokoeln
tumblr: akkoeln.tumblr.com
e-Mail: akkoeln@riseup.net

Auch wenn wir auf den Websites ebenfalls erreichbar sind, empfehlen wir zur größeren Sicherheit vor staatlicher Repression die Kommunikation über PGP-verschlüsselte E-Mails. Auf Anfrage schicken wir euch gerne unseren public Key zu.