Rudolf Mühland
ein individualanarchist, der in einem anarcho-kommunistischen vegetarier bolo leben möchte und als mittel zum zweck mitglied der anarchosyndikalistischen freien arbeiterInnen union ist .-)
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Rückschau Vortragstour Mai 2008
Rückschau Vortragstour April 2008
Rückschau(en) Vortragstour März 2008
Quelle: http://www.stattweb.de/baseportal/NewsDetail&db=News&Id=2883stattweb.de-News und -Mitteilungen, 15.März 2008
Offenburg: Rudolf Mühland fragt , wie wir Anarchie zum Laufen bringen
Zwei Kernaussagen muss jede Anarchistin und jeder Anarchist unterschreiben können: "Ich bin gegen jede Form der Ausbeutung vonMenschen durch Menschen" und "Ich bin gegen jede Form der Unterdrückung on Menschen durch Menschen." So begann Rudolf Mühland seinen unterhaltsamen und interessanten Vortrag, den er ihm Rahmen einer Vortragsreise durch Südwest-Deutschland auf Einladung der Anarchistischen Gruppe Ortenau ( ago ) hielt.![]()
Über 40 BesucherInnen lauschten seinen Erzählungen, Ausführungen und
Anekdoten zur Aktualität anarchistischer Theorie und Praxis. Von den
anarchistischen Klassikern und den schon früh entstandenen
Hauptströmungen (individualisitscher Anarchismus, Anarcho-Kommunismus,
Anarcho-Syndikalismus), den in den 1970er und 1980er Jahren
entstandenen Formen Anarcha-Feminismus und Öko-Anarchismus schlug er
einen Bogen zur Aktualität des anarchistschen Gedankens, die er an
persönlichen Beispielen und bekannten Arbeitskämpfen (Strike Bike,
Mercadona) und der Beteiligung von AnarchistInnen am G8-Widerstand in
Heiligendamm festmachte und verdeutlichte. ![]()
Als langjähriger Aktivist in der anarchistischen Szene ( er ist
Fau-Mitglied und Mitglied des Fda ) hatte auch er keinen Masterplan in
der Tasche, wie wir die Weltrevolution in fünf Schritten umsetzen
können. aber genau das ist es, was den Anarchismus ausmacht: Er ist
kein Dogma und stellt keine Fünfjahrespläne auf. Die Menschen selbst
machen ihn, leben ihn und das nur so gut, wie die daran Beteiligten
sich einbringen. ![]()
Im Anschluss an den Vortrag entstand eine kritische und rege Diskussion
und ein fruchtbarer Austausch zur Machbarkeit und Problematik von
Anarchie und Anarchismen in der heutigen kapitalistischen Gesellschaft:
Anarchistische Gettos, autonome Zentren, Kommunen, Chiapas,
Projektanarchismus, Gruppendynamik, Autorität und vieles mehr.![]()
Quelle: per mail
AutorIn: Errico Borrad
Persönlicher Rückblick
Schon vor der eigentlichen Tour war ich am 04.03. in Göttingen zum
Thema "Anarchie und Knast". Die Veranstaltung war sehr gut besucht und
mein Vortrag, den ich anhand von eingesandten Fragen speziell auf die
Kolleginnen in Göttingen zugeschnitten hatte, sorgte im Anschluß für eine rege Diskussion. Aus der Sicht eines Reisenden sind aber auch noch einige andere, alltägliche Dinge sehr wichtig. So bleibt mir an dieser Stelle die schöne Pflicht darauf hinzuweisen das es in Göttingen eine der besten Vokü's gibt und das die Menschen die mich eingeladen habe, soweit ich sie in der kürze der Zeit kennen lernen durfte, alle sehr nett sind und durchaus interessante Persönlichkeiten darstellen.
Eigentlich sollte meine Vortragsreise für mich schon am 10.04. in Dortmund beginnen. Diese Veranstaltung viel leider aus. Die
Nazis haben es offensichtlich auf die kleine anarchistische Gruppe
abgesehen die mich eingeladen hatte. Innerhalb kurzer Zeit haben sie insgesamt zwei
Veranstaltungsorte der anarchistischen Gruppe angegriffen. Ich hoffe
das sich die KollegInnen in den nächsten Tagen wieder bei mir melden.
Meiner Meinung nach ist es sehr wichtig jetzt nicht vor den Nazis
zurück zu schrecken und die Veranstaltung doch noch durch zu führen!
Als
erste Station im Süd-Westen kam ich dann nach Aschaffenburg. Die
Menschen da sind wirklich sehr nett und ich habe mich gefreut sie
wieder zu sehen. Außerdem begegne ich da immer AnarchistInnen die im
Schnitt 10 Jahre älter sind als ich. Ich muss dann immer Grüße für eine
Kollegin mit nach Düsseldorf nehmen .-) das finde ich immer sehr lustig
.-) Ja, die "anarchistische Welt" ist sehr klein .-)
Die Diskussion im Anschluß war einigermaßen kurz, aber durchaus interessant.
Danach
ging es dann nach Freiburg. Dort hatte ich zwei Veranstaltungen, die
von den KollegInnen der FAU organisert waren. Freiburg scheint mir ein
sehr interessantes Pflaster zu sein und die Menschen die ich dort
kennen lernen durfte, waren ebenfalls sehr nett. Ich bin bei einem
Kollegen untergebracht gewesen und hatte es dort sehr gemütlich .-)
Die
Varanstaltungen waren sehr unterschiedlich besucht. Als Ort hatten sich
die KolegInnen das KTS (autonomes Zentrum) ausgesucht. Das führt dazu
das sich auch immer ein paar Menschen dort aufhalten, von denen
eigentlich niemand genau weiß wer sie sind, was sie machen oder denken,
aber sie sind halt immer irgendwie da. Am letzten Tag (dem Tag
meiner abreise) haben wir dann zwei dieser Leute in ein Gespräch
verwickelt. Ist schon erstaunlich mit welch konservativen ansichten man
täglich in einem "linken Zentrum" abhängen kann .-)
Dann ging es
weiter nach Offenburg. Die Anarchistische Gruppe Offenburg bemüht sich um einen regen und kontinuierlichen Kontakt nach Strasbourg und dieser trägt im wahrsten Sinne des Wortes schon "Früchte" *lach*
Die
Verantsaltung war gut besucht und die Anarchistsche Gruppe Offenburg
hat sogar nachwuch bekommen. Besonders gefreut hat mich das auch ein
paar Menschen da waren die nicht "links" aussahen. Eine Frau (Anfang
30) war nach eigener Aussage überhaupt zum ersten mal auf einer
politischen Veranstaltung!
Am nächsten Tag habe ich dann noch einen kleinen AUsflug nach Strasbourg gemacht .-) Allerdings war ich nur sehr kurz auf der anderen Seite des Flusses. Ehrlicherweise muss ich auch sagen das ich nur als Tourist unterwegs war. In dieser Rolle habe ich dann auch sehr leckere weiße Kokos-Schokolade eingekauft .-)
Kaiserslautern
war so wie ich es erwatet hatte. D.h. wenige Leute bei der Veranstaltung
aber sehr nette Menschen die alles organisiert haben. Besonders zu
beachten ist, das diejenige die das ganze mehr oder weniger ganz
alleine organisiert hat erst 16 Jahre alt ist!! Bevor ich es vergesse: Nur weil wenige Menschen bei der Veranstaltung waren (acht, den Solibeitrag für die Rote Hilfe zahlende) heißt das nicht, das die anschliesende Diskussion nicht sehr interessant war!
Schön war es auch Paul, den Geigerzähler zu treffen. Die nächsten paar Tage sollten wir dann zusammen unterwegs sein.
In
Neunkirchen (Saarland) habe ich mir dann eine starke Bronchitis
eingefangen. Von da ab musste ich ständig Paracetamol und andere
Medikamente schlucken um die Vorträge überhaupt noch halten zu können. Im Saarland blieb ich zwei Tage
und hielt zwei Vorträge. Die Leute da sind wirklich besonders nett. Die
KollegInnen der anarchistischen Gruppe Saarbrücken haben diese Tour
koordiniert und organisiert. Die Verwöhnen mich immer total. Diesmal
nicht nur mit Schokolade und anderen gaumenfreuden, sondern auch mit
Medikamenten .-) Beide Veranstaltungen waren sehr gut besucht. Die Diskussionen haben sich sehr unterschiedlich entwickelt, waren aber durchweg interessant.
Mainz war meine vorletzte Station. Das Haus Mainusch hat eine spannende Geschichte und die Leute auf dem zugehörigen Wagenplatz sind, soweit ich sie kennengelernt habe, sehr nett und auch sehr aktiv. Ich habe allerdings mal wieder bestätigt bekommen, das das leben auf einem Wagenplatz nicht Teil meiner Welt ist .-) Außerdem machte mir die Bronchitis schwer zu schaffen und ich war froh, als ich meinen Vortrag und die anschließende Diskussion hinter mich gebracht hatte. Ich ging sofort ins Bett, wo ich aber noch zwei, drei mal kurz gestört wurde, was ich nicht so schlimm fand. Trotzdem war ich froh als ich endlich schlafen konnte.
Am nächsten morgen bekam ich ein Gesundheitsfrühstück, u.a. mit frisch gepressten Zitronensaft!
In Darmstadt
wurde ich in gewohnt herzlicher Art und Weise willkommen geheißen.
Endlich konnte ich mich auch mal ein wenig regenerieren und mich stundenlang im "Backstagebereich" ausruhen. Mein erster Vortrag viel
kürzer aus als geplant. Eigentlich dachte ich das mein Vortrag über die
Geschichte des Anarchismus auf Kuba wieder 45-60 Minuten dauern würde (tut er
eigentlich auch *zwinker*) Allerdings war ich von dem Fieber und der
Bronchitis so geschwächt, das ich einfach vieles weggelassen habe und
nach 30 Minuten am Ende war. Das Publikum nahm es gelassen auf und war
sehr freundlich zu mir. Außerdem stellte man mir ein paar sehr
interessante Fragen, die ich adhoc gar nicht beantworten konnte. Ich
werde das also noch mal recherchieren und beim nächsten mal auch auf
solche Fragen vorbereitet sein .-)
Meinen zweiten Vortrag konnte ich
im Kaminzimmer halten (ich bin begeistert von den Möglichkeiten in der
Villa Oetinger). Der Vortrag war dann so wie er sein sollte. Die
Menschen haben konzetriert zugehört und hinterher nicht nur mit mir,
sondern auch untereinander diskutiert.
Mitlerweile
bin ich fast wieder 100% gesund. Ich habe noch ein wenig Husten, der
soll aber in den nächsten 1-2 Wochen ohne Medikamente von selbst
verschwinden.
In der Zeit vom 19.04. - 23.04. bin ich dann wieder auf Tour. Diesmal in Karlsruhe, Wels, Linz, Wien, Salzburg und Mannheim. Denn Mannheimerauftritt möchte ich schon jetzt ein wenig herausheben, da ich dort nur einer von vielen bin, die während der Veranstaltungsreihe "Mythos Arbeit" etwas machen werden. Schaut einfach mal auf der Homepage der Anarchistischen Gruppe Mannheim vorbei und sehr selbst was es alles geben wird!
Im Mai machen ich dann evtl meine dritte Tour in diesem Jahr. Die KollegInnen von der ANO in Saarbrücken sind gerade dabei das zu organisieren und zu Koordinieren. An dieser Stelle auch noch mal ein asudrückliches DANKESCHÖN an die ANO, die sich auch schon in der Vergangenheit sehr viel Mühe gemacht hat und mich, wenn ich im Saarland bin, immer sehr verwöhnt hat! Und weil es ihnen nicht mehr reicht, Touren im Süd-Westen zu organisieren, haben sie mich letzten sogar gefragt ob ich nicht mal in den Norden reisen möchte und ob es ok ist wenn sie sich da mal umhören! Das habe ich natürlich sehr gerne angenommen!!
Rudi
Die Vortragstour Herbst 2007 (ein Resumee)
Soweit ich das beurteilen kann, war die Tour ein schöner Erfolg. In Trier waren eine Handvoll Leute im Infoladen die man dort noch gar nicht kannte und eine Person "drohte" sogar damit nicht nur öfter zu kommen sondern sich auch noch in den Laden aktiv ein zu bringen. Nun, was daraus geworden ist, werde ich ggf in den nächsten Monaten erfahren.
In St. Ingbert trugen sich Menschen in die ausgelegten Listen für InteressentInnen ein und eine kleine Gruppe junger Leute wurde am Rande noch kurz über die Möglichkeiten eine FAU-Ortsgruppe zu gründen informiert. So wie es aussieht hat sich diese kleine Gruppe mitlerweile vergrößert und auch hier hoffe ich in den nächsten Monaten mehr sagen zu können.
Die kleine Gruppe in Kaiserslautern hat es mit dieser Veranstaltung geschafft das sich überhaupt mal Menschen in die entsprechenden Listen eintrugen. Wenn es auch nur eine Handvoll Adressen von Interessierten gab, so war auch das auf jeden Fall ein Erfolg.
Die Veranstaltung in Mannheim wurde relativ schwach besucht. Trotzdem, auch hier gab es InteressentInnen. Mit ein wenig Glück ist die Gruppe in Mannheim also gewachsen und hat nun ein paar aktive Mitglieder mehr.
Neustadt an der Weinstrasse war ein besonderes Erlebnis. Auch hier eher weniger Leute und dann habe ich mich bei meinem Vortrag auch noch mit der Zeit verschätzt. Statt, wie üblich und von mir angekündigt 45 Minuten zu sprechen, dauerte mein Vortrag 1 1/2 Stunden. Das war keine Glanzleistung. Nun ja, jetzt wusste ich halt das dies ein längerer Vortrag wird und konnte das bei späteren Veranstaltungen mit ein planen. Besonders begeistert war ich von den KollegInnen auf der Walz, welche zum Konzert noch herein kamen und das eine oder andere alte Handwerks-Lied noch mitsingen konnten (ja, Tradition kann etwas schönes sein)
In Darmstadt traf ich dann, wie zuvor in Trier, St. Inbert, Mannheim und Neustadt "alte Bekannte" wieder. Diese Veranstaltung war gut besucht, auch wenn es anfangs nicht so danach aussah. Leider konnte ich diesmal nicht im "Rittersaal" sprechen, aber auch im Konzertraum war gut diskutieren. Bemerkenswert in Darmstadt war darüber hinaus, das es an diesem Tag einen pessimistischen Ausblick gab,....
Das war zwar nicht meine Absicht, aber an diesem Abend hat es sich einfach so ergeben. Trotzdem kann die ganze Veranstaltung als "positiv" gewertet werden, denn wie sagte jemand so schön: "Du kannst den Leuten ja schlecht sagen das die Sonne scheint wenn es gerade wie aus allen Eimern gießt". Und "reinen Wein" einschenken ist sicherlich besser als sich selbst und anderen etwas vor zu machen.
Die letzte Station war Aachen. Hier wurde eine neue Ortsgruppe der FAU-IAA gegründet. Mein Vortrag sollte die offizielle Gründungsveranstaltung sein und das hat mich als alten Anarcho-Syndikalisten natürlich besonders gefreut. Mitlerweile ist die Ortsgruppe schon in die FAU-IAA aufgenommen und die Zukunft wird zeigen wie sich diese entwickeln wird (ich bin da guter Dinge!)
Mein besonderer Dank geht an die KollegInnen der Antinationale Offensive Saarbrücken (FdA-IFA) welche sich die Mühe gemacht haben die Tour zu koordinieren. Dadurch wurde sie für mich weniger anstrengend (kurze Strecken) und für die beteiligten Gruppen zum Teil auch kostengünstiger. Außerdem gilt mein besonderer Dank allen beteiligten Gruppen und Einzelpersonen vor Ort, die mich wie immer sehr Gastfreundschaftlich aufgenommen und mit allem versorgt haben was ich brauchte!Zu guter letzt auch noch mal einen Dank an Pawol, den Geigerzähler, der mich auf dieser Vortragstour begleitet hat. Er sorgte mit seiner Musik und seinen Texte dafür, das die Menschen nach Vortrag und Diskussion sich bei etwas Kultur entspannen konnten, ohne das Gehirn dabei ausgeschaltet zu bekommen.
Ausblick
In Folge der Veranstaltungstour plane ich schon die nächste Rundreise. Im März 2008 werde ich wohl wieder in der Gegend unterwegs sein. Mit ein wenig Glück kommen noch ein zwei neue Städte dazu. Ich würde mich auch sehr freuen mal nach Bayern (nicht nur Aschaffenburg) zu fahren .-)

