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Anarchistisches Sommercamp 18.07.-27.07.2008 (Österreich)

by Rudolf Mühland last modified 2008-04-29 10:15

Liebe Leute, wir freuen uns, euch mitteilen zu können, dass auch heuer wieder ein internationales A-Camp (18.-27. Juli 2008) in Österreich stattfinden wird. Ein Anarchistisches Sommercamp, wo wir 10 Tage lang ein befreites Leben jenseits der alltäglichen Zwänge versuchen können; ein Ort, wo wir das, wofür wir kämpfen, auch in eine gemeinsame Praxis umsetzen können. Detaillierte Infos findet ihr weiter unten und auf der Homepage: http://a-camps.net/AST

What Anarchistisches Sommercamp
When 2008-07-18 10:00 to
2008-07-27 14:00
Where nördlichen Niederösterreich, Einen Monat vor Beginn, des Camps (also Mitte Juni) gibt es auf der Internetseite www.a-camps.net/AST einen genauen Anfahrtsplan und Informationen über die (sehr spärlichen) lokalen Verkehrsverbindungen.
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http://a-camps.net/AST

Um das A-Camp weiträumig bekannt zu machen, sind wir auf eure Unterstützung angewiesen. Es wäre schön, wenn ihr in eurer Stadt/Lokalen/Räumen plakatieren und Folder an Interessierte verteilen könntet. Wir schicken euch das Infomaterial gerne
zu! Bitte gebt uns dazu einfach eure Postadresse bekannt, und sagt uns, wieviel an Plakaten und Foldern Ihr verteilen wollt. Auf der Homepage findet ihr auch Material zum selber ausdrucken (Folder und Schnipsel). Die Schnipsel könntet ihr z.B. am 1.Mai massenhaft verteilen.

Vielen Dank schon im Voraus, wenn ihr helfen könnt, das Camp bekannt zu machen, und noch mehr würde es uns freuen, wenn wir uns im Juli sehen würden.

Kraft & Liebe,
die a-camp vorbereitungsgruppe 08



Anarkiisma Somera Tendaro Austrio

Anarchistisches Sommercamp 2008


Widerstand, das heißt für uns Lebendigkeit - in diesem Sinne wollen wir beim dritten
anarchistischen Sommercamp in Österreich eine Woche lang gemeinsam leben, lieben,
lachen, diskutieren, Pläne aushecken, tanzen, Ideen sammeln, baden, kuscheln oder
machen, worauf wir gerade Lust haben.

Dabei ist das A-Camp kein "Urlaub" im üblichen Sinn, weil dieser Begriff schon die
Trennung von Arbeit und Freizeit beinhaltet. Dagegen wollen wir für die Zeit des
Camps versuchen, unser Leben gemeinsam ohne Herrschaft zu gestalten, uns
kennenzulernen und unsere Träume von einem befreiten Leben umzusetzen: bei den
Dingen des alltäglichen Lebens ebenso, wie bei Diskussionen oder Workshops.

Uns ist bewusst, dass es sich dabei nur um relative Herrschaftsfreiheit handeln kann
- denn erstens tragen wir alle Herrschaftsmechanismen in unseren Köpfen und Körpern
mit uns herum und zweitens ist das anarchistische Camp eine räumlich und zeitlich
begrenzte Insel in einer von Herrschaft bestimmten Gesellschaft.

Aber vielleicht gelingt es uns für die Zeit des Camps einen Freiraum jenseits dieser
gesellschaftlichen Normalität mit all ihren alltäglichen Widerwärtigkeiten zu
schaffen, wo wir spüren, wofür wir eigentlich kämpfen und wo wir hin wollen.

Grundvoraussetzung dafür ist, dass Diskriminierungen und Unterdrückungsmechanismen
jeder Art auf dem Camp nicht geduldet werden und sich dafür auch jede_r
verantwortlich fühlt. Das heißt: aufmerksam sein, selbst eingreifen und
thematisieren, wenn solche Verhaltensweisen wahrgenommen werden - bei anderen oder
bei sich selbst. Herrschaftsfreiheit und Solidarität wirklich erlebt gibt Liebe &
Kraft für unser alltägliches Engagement.

Du brauchst dich weder mit irgendwelchen Theorien auskennen noch in politischen
Gruppen/Kollektiven aktiv sein, um am A-Camp teilzunehmen. Jede_r ist eingeladen,
die_der sich mit emanzipatorischen und herrschaftskritischen Ideen identifizieren
kann.


Was es gibt und was es kann

Das Gelände erstreckt sich über mehrere Wiesen, es gibt Bäume, Büsche, einen kleinen
Bach und Feuerplätze. Neben genügend Platz zum Zelten bietet das Camp die
unterschiedlichste Infrastruktur. Es stehen trockene Räume, eine Küche und bei
Bedarf eine begrenzte Zahl an Betten zur Verfügung. Für ausreichende sanitäre
Einrichtungen ist ebenfalls gesorgt und in der näheren Umgebung gibt es die
Möglichkeit zu baden. Darüber hinaus organisieren wir Computer mit Internetanbindung
(z.B. für eine Campzeitung / Workshops).

Gemeinsam wird so gekocht, dass alle etwas essen können (Veganer_innen, Rücksicht
auf Allergien oder stillende Frauen). Wenn wir die anfallenden Alltagsarbeiten
(einkaufen, kochen, putzen, aufräumen, …) gemeinsam bewältigen und in Kooperation
auf alle Campteilnehmer_innen aufteilen, muss jede_r einzelne nur wenig Zeit dafür
aufbringen. – Bleibt jedoch alles an einzelnen Menschen hängen, so hat das wenig mit
Vorstellungen eines herrschaftsfreien und solidarischen Umgangs miteinander zu tun.

Was während des Camps inhaltlich passiert, hängt davon ab, was die Leute, die
hinkommen, dort machen wollen oder was sich vor Ort spontan entwickelt. Erwartet
kein fertiges Programm an Vorträgen oder Workshops, vielmehr geht es darum, sich
einzubringen, Workshops und Diskussionen anzuregen, auch schon vor und nach dem
Camp. Die A-Camps der letzten Jahre haben gezeigt, dass sich so vor Ort
vielfältigste Programmpunkte entwickeln können. Beim Camp 2007 etwa fanden z.B.
Workshops zu Sex/Gender/Queer, Flucht und Migration, Anarchosyndikalismus,
Rechtshilfe und Hausbesetzungen statt, es gab ein Clownsarmy-Training, Beeren wurden
gesammelt, es wurde gemeinsam getrommelt, etc.

Die Bandbreite der Themen und Möglichkeiten soll sich nicht nur auf den klassischen
Anarchismus beschränken. Gemeinsam wollen wir aus einem herrschaftskritischen
Blickwinkel unterschiedlichste Themenbereiche diskutieren: Von (anarchistischen)
Utopien und Theorien über Geschlechterverhältnisse oder die Kritik an der
“romantischen Zweierbeziehung” bis hin zu Aktionsformen und praktischen Erfahrungen
der politischen Arbeit und alternativen Formen des Zusammenlebens. Das Camp bietet
Raum für eine vielschichtige Gestaltung - gefüllt mit Theorie und Praxis, mit
Workshops, Spielen, Musik, Vorträgen und Diskussionen, Kochen, Filmen, Tanz usw.


Was die Vorbereitungsgruppe tut

Die Vorbereitungsgruppe hat den Platz organisiert, sorgt für die weiträumige
Ankündigung und stellt die benötigte Infrastruktur bereit - aber ohne Leute, die
selbstorganisiert das Camp auf- und abbauen, ohne Camp- und Küchenorganisation, ohne
Leute die Essen besorgen, kochen, aufräumen, die gemeinsame Betreuung von Kindern
organisieren usw. geht vor Ort gar nichts. Wir als Vorbereitungsgruppe versuchen,
unser Wissen mit euch zu teilen, damit gemeinsam gefundene, nicht-hierarchische
Organisationsstrukturen entstehen können.

Einige Punkte haben wir allerdings nach intensiven Diskussionen (zum Teil auch auf
Grund der Erfahrungen aus anderen Camps und des letzten Jahres) schon im Vorfeld
entschieden und wollen diese Punkte auf dem Camp nicht grundlegend neu diskutieren.
Uns ist klar, dass gerade mit der Einschränkung bzgl. der Hunde nicht alle
gleichermaßen glücklich sein werden!

Lasst eure Hunde zu Hause! Eine größere Anzahl von Hunden auf dem Campgelände ist
einerseits sehr mühsam, andererseits wollen wir auch Kindern die Teilnahme
erleichtern. Wir haben uns aus diesen Gründen und wegen der Erfahrungen auf
verschiedensten Camps bewußt dafür entschieden, dass dies ein hundefreies Camp
werden soll. - Auf der Homepage findet ihr Infos, wo ihr eure Hunde evtl.
unterbringen könnt.

Es wird ein eigenes Zelt ausschließlich für Frauen/Lesben/Transgender zur Verfügung
stehen - als Treffpunkt und Freiraum, oder wie auch immer es genutzt wird.

Wir möchten Menschen Lust darauf machen, mit Kindern zu kommen. Auf dem Gelände gibt
es viel Platz und Möglichkeiten sich auszutoben, und es wird auch ein Kinderzelt
aufgestellt. Bringt Ideen und Spielzeug mit! Wie alle Arbeit sollte auch die
Betreuung von Kindern nicht an einzelnen hängenbleiben, sondern von allen
wahrgenommen werden. Bleibt dies normalerweise in der Kernfamilie, wollen wir hier
versuchen es anders zu machen und uns daher alle verantwortlich zu fühlen.

Für Wagenbewohner_innen:
Auf dem A-Camp-Gelände dürfen keine Autos geparkt werden, dafür gibt es in der nahen
Umgebung Abstellplätze. Bau- oder Wohnwägen, die als Wohnraum genutzt werden, können
in begrenzter Anzahl auf einer kleinen Wiese des Geländes abgestellt werden. Um
Schäden an der Wiese zu vermeiden und auf Grund des stark eingeschränkten Platzes
sollen die dort abgestellten Wohnwägen aber für die Dauer deines Camp-Aufenthalts
stehen bleiben und nicht mehr für Fahrtzwecke verwendet werden - Einkäufe im
Supermarkt usw. lassen sich gemeinsam auch anders organisieren. Ist dieser Platz
voll, können auch Bau- oder Wohnwägen nur in der nahen Umgebung abgestellt werden.


Was es werden kann

Das anarchistische Camp 2008 in Österreich hat zum Ziel, Menschen aus
unterschiedlichen Orten, Gegenden und mit verschiedensten Erfahrungen und
Hintergründen zusammenzubringen, um ein befreites Leben zu erproben. Herrschaftslose
Gesellschaftsalternativen können nicht aus Büchern in die Wirklichkeit übertragen
werden – sie müssen im richtigen Leben entwickelt, erprobt oder auch verändert
werden. Das praktische Zusammenleben und miteinander handeln beim Camp kann uns
Erfahrungen mit Selbstorganisation bieten, die auch für unseren (sozialen und
politischen) Alltag nützlich sind. Auf der anderen Seite fördert die gemeinsame
Auseinandersetzung mit anarchistischen Theorien und herrschaftskritischen Ideen
wiederum die Möglichkeit, das eigene Handeln zu hinterfragen oder neue
(Denk-)Ansätze zu entdecken.

Gemeinsam ein Camp zu gestalten bedeutet nicht, kritiklos im "Gemeinschaftsgefühl
der Szene" aufzugehen (schließlich sind ja wir die Guten!). Es ist wichtig,
Widersprüche aufzuzeigen und Kritik einzubringen, damit wir voneinander lernen und
unser Verhalten hinterfragen können. Und es ist in Ordnung, sich zu streiten! Dabei
sollte der Umgang untereinander bei einem anarchistischen Camp jedoch von
Solidarität und Respekt geprägt sein, was die Akzeptanz unterschiedlicher Ansätze
und Herangehensweisen mit einschließt.

Mit Kraft & Liebe

die Vorbereitungsgruppe für das A-Camp 2008 in Österreich

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Technisches:

Unsere Homepage: http://www.a-camps.net/AST

Wann - Wo - Wie

Anmeldung: Es wäre toll, wenn du dich unter info@a-camps.net (wenn möglich auf
deutsch oder englisch) anmeldest. Wenn du einen Workshop (oder was auch immer) beim
Camp machen willst, kannst du uns deine Pläne, Skizzen, Wünsche, Ideen schicken oder
sie selbst ins Wiki auf die Homepage stellen, damit andere schon vorher davon wissen
– Du kannst aber natürlich auch spontan am Camp etwas organisieren.

Wo es stattfindet

Das A-Camp 2008 findet im nördlichen Niederösterreich statt. Einen Monat vor Beginn
des Camps (also Mitte Juni) gibt es auf der Internetseite www.a-camps.net/AST einen
genauen Anfahrtsplan und Informationen über die (sehr spärlichen) lokalen
Verkehrsverbindungen. Autos können nicht am Gelände geparkt werden, dafür gibt es in
der nahen Umgebung Abstellmöglichkeiten.

Was es kostet

Es gibt keinen Fixbetrag, den du für die Teilnahme am Camp bezahlen musst. Mit ca. €
8.- pro Person und Tag ist es aber möglich, die Kosten für den Platz, die komplette
Infrastruktur und den Lebensmitteleinkauf zu decken. Wenn du soviel Geld nicht
bezahlen kannst, ist das natürlich kein Hindernis. Wenn du solidarisch mehr zahlen
kannst, dann tu das bitte.

Nimm neben Zelt, Schlafsack, Decken usw. bitte das Essgeschirr selbst mit, das du
benötigst (am Gelände ist keins vorhanden). Auch bei warmen Tagestemperaturen kann
es in der Nacht sehr kalt werden – warme Kleidung und Regenschutz sind unbedingt
angebracht! Auch ein Rad ist praktisch, wenn du z. B. zum Badesee oder in den Ort
fahren willst.

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