Anarchistische Strömungen und Utopien, anschließend Doku: "iVivir la Utopia!"
Der Anarchismus hat viele Wurzeln und im laufe der Geschichte kamen viele “neue” Wurzeln hinzu. Obwohl sich alle AnarchistInnen in zwei Punkten einig sind, nämlich der Ablehnung jeder Form der Herrschaft des Menschen über den Menschen UND der Ablehnung jeder Form der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, gibt es jedoch kaum Einigkeit darüber wie die bestehende Gesellschaft transformiert werden soll.
| What | Vortrag Diskussion Film |
|---|---|
| When |
2008-10-03 19:00
2008-10-03 23:55
2008-10-03 from 19:00 to 23:55 |
| Where | KKI, Duburgerstr. 14, Flensburg |
| Attendees | Rudolf Mühland |
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|
Praktisch und
philosophische Fragen haben sehr früh dazu geführt das sich
verschiedene anarchistische “Schulen” gebildet haben. Der Vortrag gibt
einen kurzen Überblick über die anarchistischen Strömungen, ihre
Utopien und ihre Ideen zur Transformation der Gesellschaft.
Im Anschluß wird der Dokumentarfilm Vivir la utopía! - Die Utopie leben! gezeigt. Er gibt einen
Überblick über die Geschichte der anarchistischen Bewegung Spaniens
seit dem 19.Jahrhundert bis zu ihrem Höhepunkt, der spanischen
revolution im Jahre 1936:
Die Gründung der anarchosyndikalistischen
Gewerschaft CNT-AIT (Confedération Nacional del Trabajo) und der FAI
(Federación Anarquista Ibérica), die Rolle von Kultur und Erziehung
(Modernes Schulwesen nach F. Ferrer), die Vielfalt der Ideen und
Aktivitäten im Vorfeld der Zweiten Republik, den Staatsstreich der
Militärs, der sowohl einen Bürgerkrieg als auch eine Soziale Revolution
auslöste, und insbesondere die Einrichtung und das Funktionieren der
Kollektivbetriebe in den ländlichen und städtischen Gebieten. Das
republikanische Spanien wurde von den Franco-Faschisten mit
militärischer Hilfe der italienischen und deutschen Faschisten
bekämpft; die westlichen "Demokratien" leisteten keine Hilfe, und die
Stalinisten verrieten und bekämpften die soziale Revolution. Der Film
zeigt die zuwenig bekannte konstruktive Seite der radikalen
gesellschaftlichen Veränderungen, durch die einfachen ArbeiterInnen
und BäuerInnen im republikanischen Teil Spaniens. ZeitzeugInnen aus den
Reihen der AnarchistInnen berichten u.a. über das konstruktive Werk des
"Anarchismus in Aktion" während der Sozialen Revolution, dies
bedeutete: Auf dem Lande bilden etwa 7 Millionen Bäuerinnen und Bauern
Kollektive, in den Städten werden etwa 3000 Fabriken und
Produktionsbetriebe in Selbstverwaltung der Arbeiter-innen überführt,
circa 150 000 Anarchist-innen schließen sich den Milizkolonnen im Kampf
gegen den Faschismus an. Gesprächspartner sind 30 Überlebende, viele
kamen aus dem Exil in Frankreich, Kanada, Mexiko und Venezuela, um
Zeugnis abzulegen über das größte sozialrevolutionäre Experiment in der
Menschheitsgeschichte!