Anarchie und Sex
Dieser Vortrag befindet sich noch in der Entstehung. Es geht einerseits um so alltaglich Problemem wie 'Liebe' und 'Eifersucht', Fragen nach Zwei- und Mehrsamkeit, Sado-Maso-Praktiken, Hetero-, Homo-, Auto-, Bi- und Multisexualität, sowie Genderfragen nach Sinn und Unsinn von sozialem und biologioschem Geschlecht, ..... Vorwort: Die Idee zu diesem Vortrag hatte ich bei einer Veranstaltung in Salzburg. Am Anschluss an den Vortrag “Anarchie und Strafe - zur Zukunft des Knastsystems in der Anarchie” diskutierten die Anwesenden Menschen sehr schnell über Sex, Gender, SM-Praktiken u.v.a.m.
| What | Vortrag |
|---|---|
| When |
2009-11-18 19:00
2009-11-18 23:55
2009-11-18 from 19:00 to 23:55 |
| Where | Wo: Libertäres Kultur- und Aktionszentrum, Fettstr. 23, 20357 Hamburg, |
| Attendees | Rudolf Mühland |
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|
Diese Diskussion
zeigte mir einerseits das es großes Interesse am Thema Sex* gibt und
andererseits, das es, trotz zahlreicher analytischer Beschäftigungen
mit dem Thema allerlei Unsicherheiten gibt.
Mein Vortrag wird sicher
nicht in der Lage sein alle Frage zu beantworten (oder auch nur an zu
reißen) aber ich hoffe doch einige sachlich-sinnliche Hinweise geben zu
können.
Aber was macht uns eigentlich beim Thema Sex so unsicher und vor allem, was hat Sex mit Anarchie zu tun?
Mit
Konstantin Wecker (“Freiheit, das heißt keine Angst haben vor nichts
und niemand“) möchte ich die Frage nach dem Zusammenhang von Sex und
Anarchie vorerst beantworten. Gleichzeitig habe ich hier auch eine gute
Überleitung zu der Antwort auf die Frage was uns denn beim Thema Sex so
unsicher macht. Meiner Ansicht nach ist es Angst. Angst vor Strafe,
vor Verlust, vor abweichendem Verhalten, vor Unkenntnis, vor
ungewolltem Verhalten usw. usf.
Spätestens ab der Pubertät
beschäftigen wir uns alle mehr oder weniger mit Sex. Aber schon vorher
werden wir in unsere Geschlechterrollen gedrängt. Zum Teil operativ,
zum Teil durch die Konfrontation mit Rollenbildern und “kindgerechtem”
Spielzeug. Doch zurück zur Pubertät. Wir fangen an uns selbst, unseren
Körper, unsere Lust zu erkunden. Schon hier tragen viele von uns ein
ganzen Netzwerk von Schuldgefühlen mit sich herum, fühlen einen
Widerspruch zwischen dem was sie Fühlen und dem was ihnen beigebracht
wurde. Die Entdeckung des anderen (das meine ich nicht geschlechtlich,
sondern rein numerisch) macht die Angelegenheit oft nicht leichter.
Woher sollen wir wissen was das gegenüber (denkt euch ruhig den Plural
dazu) mag und möchte? Müssen wir gesetzte Grenzen in alle Ewigkeit
akzeptieren oder dürfen wir sie überschreiten und wenn ja, wie?
Wie
wirken sich (für die Intellektuellen unter uns) gesellschaftliche
Realitäten wie Staatlichkeit (im weitesten Sinn!) und Kapitalismus auf
unsere Sexualität und die Konstruktion/Dekonstruktion der
Geschlechterrollen aus? Ist es ok Pornos zu schauen? Was passiert
eigentlich im Pornokino? Darf ich beim Sex schlagen, fesseln, befehlen?
Ist Monogamie in Ordnung? Woher kommt meine Eifersucht? Warum sitzen
die Kerle im Zug immer so, das auf dem Viersitzer kein Platz mehr für
mich ist? Welchen Sinn oder Unsinn machen Dinge wie soziales und
biologisches Geschlecht und wie wird das bestimmt? Geht Sex ohne Liebe?
Was ist mit Beschneidung? Und noch mal: Was hat das alles mit Anarchie
zu tun? Ist das ganze nicht einfach nur eine private Angelegenheit?
* Wenn
ich von Sex schreibe, denke ich Gender und alle anderen Aspekte gleich
mit. Ich möchte der schriftstellerischen Einfachheit halber, Sex nicht
einfach nur als Geschlechtsakt verstanden wissen. Vielmehr als
Überschrift für ein Netzwerk verschiedenster Begriffe.