Fast die gesamte Geschichte der Arbeiterbewegung und sozialen Bewegungen
ist durchzogen von der Frage, ob radikale, also an die Wurzel des Systems
gehende Kräfte, sich in einer Partei organisieren sollen oder lieber
nicht. Die anarchistische Tradition misstraute dieser Repräsentationsform,
weil sie die radikale Demokratie per se ausschloss. »Ein Arbeiter, der
Politiker wird, ist kein Arbeiter mehr«, wussten Anhänger des russischen
Anarchisten Michail Bakunin und Leser von Johannes Agnolis
parlamentarismuskritischen Schriften. Ihnen war bekannt, dass eine Partei
eine »Konsensmaschine« ist, in der der Einzelne - auch mit seinen
Ursprungsintentionen - verschluckt wird. Mit hoher Aktualität und großem
Gewinn sind so auch sämtliche neo-anarchistischen Stimmen zu hören und zu
lesen gewesen, die ab den 60er Jahren die Parteiform kritisierten.
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Published:
2008-03-06