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Repression gegen AnarchistInnen in Santiago

by fdaadmin last modified 2009-05-30 20:23

Nach einem nicht geglückten Anschlag auf ein Polizeiausbildungszentrum läuft die Repression in Santiago/Chile gegen Anarchistinnen und Anarchisten auf Hochtouren.

Am Morgen des 22. Mai 2009 gab es eine starke Explosion in der Nähe der Polizeischule (Ausbildung für „Gefängnisbedienstete“) im Viertel Matteo von Santiago.
Die Medien stürzten sich sofort auf die Ereignisse und berichteten von einem toten. Nach und nach stellte sich heraus dass es sich dabei um einen jungen Mann handelte, der auf einem Fahrrad unterwegs war mit einem Sprengsatz in seinem Rucksack.
Erst wurde die Identität des „Hombre Bomba“ von der ermittelnden Polizei geheim gehalten.
Aber kurz darauf drang der Name des Toten, Mauricio, an die Öffentlichkeit. Die offizielle Erklärung lautete, dass er eine Schwarzpulver-Bombe in seinem Rucksack mit sich trug, welche der Grund der Explosion war. Mauricio würde seit geraumer Zeit als verdächtig geltende Person überwacht und sich in anarchistischen Kreisen bewegen. Das veranlasste die OrdnungshüterInnen zur sofortigen Überprüfung von Verdächtigen aus dem Umfeld von besetzten Häusern.
Es gab Hausdurchsuchungen in den autonomen Zentren „La Idea“ und „Cueto con Andes“, bei welchen Computer, Handys, Datenträger wie USB-Sticks, CDs und DVDs beschlagnahmt wurden. Doch damit nicht genug: Auch alte Fahrräder, Literatur und sonstige „wichtige Beweismaterialen“ wurden gewaltsam entwendet.
Die Bewohner der Häuser wurden verhört und fotografiert. Außerdem wurden ihnen Fotos von verdächtigen Personen vorgelegt.
Auch ins besetzte Haus „Sacco y Vanzetti“ versuchten die Repressionsorgane einzudringen, was Ihnen aber aufgrund des breiten und konsequenten Widerstandes nicht glückte. Massenmedien sowie Einsatzkräfte versammelten sich vor dem Gebäude, allerdinx rechneten sie wohl nicht mit einer derart entschlossenen Solidarität der anwesenden Sympathisantinnen.
Trotzdem kam es zu einigen Verhaftungen im Zuge der Auseinandersetzungen.
Weitere Direkte Aktionen wurden von Spezialkräften der Polizei niedergeschlagen, was zu weiteren Verhaftungen führte.

Des weiteren gab es Solidaritätsbekundungen und direkte Aktionen (Straßenblockaden, spontane Demonstrationen) in verschiedenen Teilen des Landes.

Mauricio war ein Aktivist der sich entschied seine Wut umzuwandeln in Aktion. Er transformierte seinen Alltag in einen konstanten Kampf gegen das existierende verbrecherische Kapitalistische System, welches auf Ausbeutung und Unterdrückung basiert. Direkte Unterstützung für Gefangene AktivistInnen, sowie Verbreitung anarchistischer und antiautoritärer Literatur und Ideen, waren Teile des Messers welches sich wetzte während seinem Leben um mit verschiedenen Formen zu versuchen diese Gesellschaft basierend auf Macht, Herrschaft und Ausbeutung zu zerstören.

Was zur Zeit geschieht ist eine wahre Hexenjagd auf Anarchistinnen. Die Massenmedien und staatlichen Behörden versuchen mit gezielten Falschmeldungen ein Bild von „bombenbauenden Terroristen“ heraufzubeschwören und Anarchismus als inhaltslose, gewaltverherrlichende Ideologie zu verleugnen.
Antiautoritäre, anarchisitsche und emanzipatorische Gruppen und Personen sind zur Zeit einer heftigen Repression ausgesetzt.

Lassen wir sie dabei nicht alleine!
Solidarisiert euch mit den betroffenen Aktivistinnen!

Smash Capitalism // Viva la Anarquia!!!

Weitere aktuelle Informationen (leider nur auf Spanisch):

 http://www.hommodolars.org/web/index.php
 http://santiago.indymedia.org

 http://santiago.indymedia.org/news/2009/05/84422.php (Video)
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