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Räumungen bedrohen mehrere Squats in der Schweiz

by Anna Göldin last modified 2008-05-08 16:39

Das LaBiu in Biel, die Villa Rosenau in Basel und die Hegistrasse in Winterthur sind von Räumungen bedroht. Deshalb ist in den nächsten Wochen dort einiges los:



Das LaBiu, zwei Häuser mit Wohnraum, Garten, einem Bistro, einem Freeshop, einer Bibliothek, einem Konzertkeller und vielem mehr soll provisorischen Parkplätzen weichen, die bis zum Baubeginn der N5 die Lücke füllen sollen. Es ist nicht das erste Mal, das Wohn- und Lebensraum für Parkplätze zerstört werden. Hier ist zu erwähnen, dass es in Biel durchaus nicht an Parkplätzen mangelt, die meisten Parkings im Zentrum stehen leer!


Seit dem Beginn der Besetzung am 4. Juni 2007 haben die BesetzerInnen Verhandlungen mit den Besitzern geführt, um eine für beide Parteien annehmbare Lösung zu finden. Sie haben rund 60 bauliche Renovationsmassnahmen, die vom Tiefbauamt auferlegt wurden erfüllt, darunter Arbeiten am Dach und den Kaminen, Installation von Heizungen, alle sanitären und elektrischen Installationen etc. Diese Arbeiten wurden auf unsere Kosten von einem Architekten, der Feuerpolizei sowie einem konzessionierten Elektriker abgenommen. Alle diese Arbeiten beanspruchten mehrere hundert Stunden Arbeit unter Unterstützung von dutzenden externen HelferInnen!

Uneinigkeit mit dem Tiefbauamt besteht über die finanzielle Entschädigung der eingebüssten Mieterträge des Parkings von 3000 Franken, die von den BesetzerInnen verlangt wird. In einer Absichtserklärung, die als Vorstufe zum Gebrauchsleihvertrag über fünf Jahre von ihnen verlangt wurde, erklärten sie sich letzten Herbst unter anderem zur Bezahlung dieser Parkplatzeinbussen bereit. Nach wie vor sind sie gewillt diesen Betrag zu bezahlen, das Geld liegt auf ihrem Konto bereit. Der versprochene Vertrag liegt jedoch nach wie vor nicht vor und sie erhalten laufend Rechnungen für die Parkplatzmieten. Die Eigentümer haben sich’s kurzerhand anders überlegt. Die BesetzerInnen sollen also bezahlen und können trotzdem jederzeit ohne Vorwarnung auf die Strasse gestellt werden!

Als Reaktion auf ihre schriftliche Forderung nach einer Sicherheit mittels Vertrag (Ende März) haben sie eine Aufforderung zur Räumung auf den 19. Mai, 12:00 Uhr, erhalten.

weitere Infos und Programm: www.labiu.ch





Villa Rosenau von Räumung bedroht!

Laut einem Brief des Basler Tiefbauamtes vom 26. März 2008 soll das letzte besetzte Haus in Basel, die Villa Rosenau, auf Ende Juni 2008 geräumt werden. Anstelle dieses Freiraumes soll eine so gennante "Ersatzgrünfläche" entstehen, die als Ausgleich für den Bau von Autobahnen geschaffen werden muss. Verantwortlich für die Autobahnen ist seit 1.1.2008 der Bund. Die Villa Rosenau, ein seit 2004 besetzter alternativer Wohn- und Kulturraum, ist somit konkret bedroht.


- Programm


Squatted since September 2004.

Am 2. September 2004 wurde die Villa Rosenau, das letzte Haus der abgerissenen Sozialnotsiedlung Rosenau in Basel, bei einer Wohnungsnots-Vokü; besetzt. Die Polizei verfolgte die Besetzung von Anfang an, aber da sie den Besitzer des Hauses nicht in kurzer Zeit herausfinden konnte, wurde die Besetzung vor einer kurzfristigen Räumung verschont, und die Polizei musste ihr Aufgebot von mehreren Kastenwagen wieder abziehen. Seit dem wohnen 10 bis 15 Menschen dort, es gibt etwa alle 2 Wochen ein Konzert und ein Kino ist eingerichtet. In der Villa gibt es Strom und fliessend Wasser und auch Breitband-Internet, das zur freien Nutzung hier offensteht. Seit dem 5. Februar 2005 gibt es diese Website.

Rechtliches

Das Haus Liegt auf einer Tiefbauparzelle (Strasse, Autobahn) in Basel und ist nicht mehr im Grundbuchamt verzeichnet. Besitzer ist das ASTRA = Bundesamt fuer Strassen, welches die Verwaltung dem Tiefbauamt des Kanton Basel-Stadt ueberlassen hat.

1995 wurde wegen dem Bau der "Nordtangente" (unterirdische Autobahn durch die Stadt) die Sozialnotsiedlung Rosenau abgerissen, bis auf ein letztes Haus, das als sogenannte "Villa Rosenau" für Grenztierarzt, Baubüro und Schauraum für die Nordtangente, usw. genutzt wurde.

Bis die Villa Rosenau dann einige Zeit ungenutzt dastand und schliesslich am 2. September 2004 besetzt wurde.

Die Bewohner haben weder einen Miet- noch einen Gebrauchsleihvertrag: Die Villa Rosenau wird illegal bewohnt. Seit Sommer 2005 haben wir jedoch einen Vertrag mit der IWB (Industrielle Werke Basel) für Strom und Wasser, da das Tiefbauamt den Strom und Wasseranschluss abgemeldet hatte. Ausserdem haben wir noch einen Vertrag mit der Swisscom für den Telefon und ADSL-Anschluss.

Squat the World!



Freiräume verteidigen
VILLA BLEIBT
Gegen den Abriss der Villa Rosenau www.villarosenau.ch.vu


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