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Kurzmeldungen 001

by fdaadmin last modified 2008-01-30 14:14

eine Sammlung von Kurzmeldungen aus den Bereichen Politik und Wirtschaft

Kanada hat USA auf Liste von Folterstaaten gesetzt

Das kanadische Außenministerium führt die USA und Israel in einem Lehrvideo für Diplomaten als Staaten auf, in denen Gefangene gefoltert werden. Als Beispiel wird das US-Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba aufgeführt, in dem ein junger kanadische Bürger gefangen gehalten wird. (18.01.2008)

Kanada: Anstieg tödlicher Arbeitsunfälle um 45%

Nach einer Studie des kanadischen Centre for the Study of Living Standards ist die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle in Kanada von 1993 bis 2005 von 758 auf 1.095 angestiegen. Darin sind ist auch der Tod durch Berufserkrankungen mit enthalten. Mit an der Spitze dieser Liste steht die Bauindustrie. Der Bauboom geht einher mit einer Abschaffung vieler Gesundheits- und Sicherheitsbestimmungen. Allein in der Provinz British Columbia stieg die Zahl der berufsbedingten Todesfälle von 38 im Jahr 2006 auf mindestens 87 im vergangenen Jahr an. (16.01.2008)

RWE-Baustelle: Erneut tödlicher Unfall

Gestern starb auf der Baustelle des RWE-Kraftwerks in Neurath erneut ein Mitarbeiter einer Stahlbaufirma. Er war damit beschäftigt, einen Stahlträger zu montieren. Das ist bereits der dritte schwere Unfall auf Europas größter Baustelle. Im vergangenen September war ein Arbeiter aus einem Hubsteiger abgestürzt und tödlich verletzt worden. Im Oktober waren drei Arbeiter getötet worden, als ein 100 Tonnen schweres Bauteil in die Tiefe stürzte. (14.01.2008)

VW-Konzern mit neuem Absatzrekord

Volkswagen hat 2007 einen neuen Absatzrekord erzielt: weltweit verkaufte VW 6,189 Millionen Fahrzeuge und übersprang damit erstmals die 6-Millionen-Marke. Gegenüber 2006 war dies eine Steigerung von 7,9 Prozent. Das Wachstum erzielte VW vor allem in China und in Südamerika. In Deutschland sank hingegen der Absatz um 4,8 Prozent. (14.01.2008)

Regenwald-Vernichtung für "Biosprit"

Die Initiative "Rettet den Regenwald e.V." fordert dazu auf, den Protest gegen den Kahlschlag des Regenwalds auf einer Insel von Papua-Neuguinea zu unterstützen:
"Liebe Freundinnen und Freunde des Regenwaldes,
gegen den massiven Widerstand der Bevölkerung hat die Regierung von Papua Neu Guinea Regenwald-Kahlschlag auf der Woodlark-Insel genehmigt. Der malaysische Agrarsprit-Konzern Vitroplant Ltd. will über 70 Prozent der Inselwälder in Palmöl-Plantagen verwandeln. Protestieren Sie gegen den Umweltfrevel bei den Verantwortlichen der Regierung von Papua Neu Guinea.
Mehr Infos und einen Musterbrief finden Sie auf unserer Homepage unter http://www.regenwald.org
Vielen Dank für Ihre Unterstützung!" (12.01.2008)

Brasilien: 20% der Jugendlichen ohne Arbeit

In Brasilien haben 20 Prozent der Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren weder eine Arbeit noch besuchen sie eine Schule oder werden ausgebildet. Insgesamt sind das 7 Millionen Jugendliche, in Argentinien 800.000. Ursache ist die Armut, Massenarbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung laut einer Studie des Soziologen Julio Jacobo Waiselfisz. (10.01.2008)

US-Telefonkunden zahlen keine Rechnungen mehr

Der US-Telekommunikationskonzern AT&T schaltete im III. Quartal 468.000 Kunden das Telefon ab, weil sie ihre Rechnungen nicht pünktlich bezahlten. Hauptsächlich handele es sich um Hausbesitzer, die von der Immobilienkrise betroffen sind. Die sich mehrenden Zahlungsschwierigkeiten von Privatkunden in den USA führten zu einem Fall der Börsenkurse auch von europäischen Telekommunikationskonzernen. (10.01.2008)

Gesundheitssystem in USA besonders schlecht

Forscher der London School of Hygiene and Tropical Medicine haben Vergleichstudien gemacht über vermeidbare Todesfälle. Es geht dabei um Krankheiten, die durch ein leistungsfähiges Gesundheitswesen geheilt werden können wie Blinddarmentzündungen, Bluthochdruck, Darmkrebs und Tuberkulose. Beim Vergleich von 19 Industrieländern landeten die USA auf dem letzten Platz. (09.01.2008)

ALG-II-Empfängerin klagt Fahrkarten-Erstattung ein

Ein Richter in Celle hat jetzt verfügt, dass die Behörden die Fahrkarte für die Tochter einer ALG-II-Empfängerin übernehmen müssen. Die Chancengleichheit auf Bildung müsse gewahrt bleiben und die Pauschalierung der Leistungen nach Hartz-IV dürfe nicht dazu führen, dass Kinder aus armen Haushalten nicht das Gymnasium besuchen könnten. In dem konkreten Fall ging es um die Kosten für den Bus von rund 89 Euro im Monat, da die Schule 22 Kilometer entfernt ist. (07.01.2008)

Contergan-Opfer bilden internationale Allianz

Contergan-Opfer aus fünf Ländern haben die internationale Thalidomid Allianz gegründet. Sie wollen u.a. gemeinsam durchsetzen, dass die Renten für die Opfer auf 2.100 Euro angehoben werden. Es beteiligen sich neben Deutschland Interessenverbände aus Kanada, Großbritannien, Schweden und Spanien. In Deutschland beziehen die Betroffenen eine maximale Rente von 545 Euro, die aus Steuergeldern finanziert wird. Der Hersteller Grünenthal hatte 1971 56 Millionen in die Conterganstiftung eingezahlt, die längst aufgebraucht sind. (07.01.2008)

BGH: Razzien bei G-8-Gegner rechtswidrig

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Durchsuchungsaktionen bei G-8-Gegnern im Vorfeld des Weltwirtschaftsgipfels in Heiligendamm für rechtswidrig erklärt. Der BGH in Karlsruhe befand, dass die Bundesanwaltschaft, die die Razzien angeordnet hatte, gar nicht zuständig gewesen sei, weil die G-8-Gegner sich nicht zu einer terroristischen Vereinigung zusammengeschlossen hätten. Im Mai 2007 hatte die Bundesanwaltschaft 40 Wohnungen und Kulturzentren in sechs Bundesländern durchsuchen lassen. (04.01.2008)

Weltweit Kritik an Macht der Konzerne

Nach einer Umfrage des Ipsos-Instituts in 22 Industrie- und Schwellenländern sind 74 Prozent der Befragten der Meinung, dass große Unternehmen zu starken Einfluss auf die politischen Entscheidungen der Regierungen hätten. 69 Prozent der Befragten sehen die großen Unternehmen als mächtiger als die Regierungen an. 72 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, dass die Regierungen die Aktivitäten der Konzerne entschiedener gesetzlich regulieren sollten. (04.01.2008)

Irak: Verschlechterung der Lage der Frauen

Eine Studie der Organisation "Brussels Tribunal" vergleicht die Lage der Frauen im Irak heute mit der vor der Besetzung 2003. Danach hat sich die Situation für Frauen erheblich verschlechtert: die Zahl der Fälle von sexuellen Übergriffen, Folter und Verletzung von Frauenrechten habe deutlich zugenommen. 70 Prozent der Frauen, die vor 2003 einen Arbeitsplatz hatten seien nun arbeitslos. (www.brusselstribunal.org) (04.01.2008)

900 US-Soldaten 2007 im Irak getötet

Für die US-Truppen im Irak war 2007 das bisher verlustreichste Jahr seit der Irak-Invasion 2003. Insgesamt wurden 2007 900 US-Soldaten getötet. Seit 2003 starben damit 3.900 Soldaten im Irak, 822 davon 2006. Nach Schätzungen kamen 2007 18.000 Iraker ums Leben, davon waren 16.000 Zivilisten. (02.01.2008)

VdK: Altersarmut greift um sich

Nach Angaben des Sozialverbands VdK sind in Deutschland immer mehr Rentner von Altersarmut bedroht. "Ein Durchschnittsrentner hat heute rund 130 Euro weniger zur Verfügung als noch vor vier Jahren", sagte VdK-Chef Walter Hirrlinger. Die Zahl der Menschen, die Grundsicherung im Alter beantragt hätten, sei von 2005 auf 2006 um acht Prozent auf 680.000 gewachsen. (02.01.2008)

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