Kurzmeldungen 001
eine Sammlung von Kurzmeldungen aus den Bereichen Politik und Wirtschaft
Kanada hat USA auf Liste von Folterstaaten gesetzt
Das kanadische Außenministerium führt die USA und Israel in einem
Lehrvideo für Diplomaten als Staaten auf, in denen Gefangene gefoltert
werden. Als Beispiel wird das US-Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba
aufgeführt, in dem ein junger kanadische Bürger gefangen gehalten wird.
(18.01.2008)
Kanada: Anstieg tödlicher Arbeitsunfälle um 45%
Nach einer Studie des kanadischen Centre for the Study of Living
Standards ist die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle in Kanada von 1993
bis 2005 von 758 auf 1.095 angestiegen. Darin sind ist auch der Tod
durch Berufserkrankungen mit enthalten. Mit an der Spitze dieser Liste
steht die Bauindustrie. Der Bauboom geht einher mit einer Abschaffung
vieler Gesundheits- und Sicherheitsbestimmungen. Allein in der Provinz
British Columbia stieg die Zahl der berufsbedingten Todesfälle von 38
im Jahr 2006 auf mindestens 87 im vergangenen Jahr an. (16.01.2008)
RWE-Baustelle: Erneut tödlicher Unfall
Gestern starb auf der Baustelle des RWE-Kraftwerks in Neurath erneut
ein Mitarbeiter einer Stahlbaufirma. Er war damit beschäftigt, einen
Stahlträger zu montieren. Das ist bereits der dritte schwere Unfall auf
Europas größter Baustelle. Im vergangenen September war ein Arbeiter
aus einem Hubsteiger abgestürzt und tödlich verletzt worden. Im Oktober
waren drei Arbeiter getötet worden, als ein 100 Tonnen schweres Bauteil
in die Tiefe stürzte. (14.01.2008)
VW-Konzern mit neuem Absatzrekord
Volkswagen hat 2007 einen neuen Absatzrekord erzielt: weltweit
verkaufte VW 6,189 Millionen Fahrzeuge und übersprang damit erstmals
die 6-Millionen-Marke. Gegenüber 2006 war dies eine Steigerung von 7,9
Prozent. Das Wachstum erzielte VW vor allem in China und in Südamerika.
In Deutschland sank hingegen der Absatz um 4,8 Prozent. (14.01.2008)
Regenwald-Vernichtung für "Biosprit"
Die Initiative "Rettet den Regenwald e.V." fordert dazu auf, den Protest gegen den Kahlschlag des Regenwalds auf einer Insel von Papua-Neuguinea zu unterstützen:
"Liebe Freundinnen und Freunde des Regenwaldes,
gegen den massiven Widerstand der Bevölkerung hat die Regierung von
Papua Neu Guinea Regenwald-Kahlschlag auf der Woodlark-Insel genehmigt.
Der malaysische Agrarsprit-Konzern Vitroplant Ltd. will über 70 Prozent
der Inselwälder in Palmöl-Plantagen verwandeln. Protestieren Sie gegen
den Umweltfrevel bei den Verantwortlichen der Regierung von Papua Neu
Guinea.
Mehr Infos und einen Musterbrief finden Sie auf unserer Homepage unter http://www.regenwald.org
Vielen Dank für Ihre Unterstützung!" (12.01.2008)
Brasilien: 20% der Jugendlichen ohne Arbeit
In Brasilien haben 20 Prozent der Jugendlichen zwischen 15 und 24
Jahren weder eine Arbeit noch besuchen sie eine Schule oder werden
ausgebildet. Insgesamt sind das 7 Millionen Jugendliche, in Argentinien
800.000. Ursache ist die Armut, Massenarbeitslosigkeit und
Unterbeschäftigung laut einer Studie des Soziologen Julio Jacobo
Waiselfisz. (10.01.2008)
US-Telefonkunden zahlen keine Rechnungen mehr
Der US-Telekommunikationskonzern AT&T schaltete im III. Quartal
468.000 Kunden das Telefon ab, weil sie ihre Rechnungen nicht pünktlich
bezahlten. Hauptsächlich handele es sich um Hausbesitzer, die von der
Immobilienkrise betroffen sind. Die sich mehrenden
Zahlungsschwierigkeiten von Privatkunden in den USA führten zu einem
Fall der Börsenkurse auch von europäischen Telekommunikationskonzernen.
(10.01.2008)
Gesundheitssystem in USA besonders schlecht
Forscher der London School of Hygiene and Tropical Medicine haben
Vergleichstudien gemacht über vermeidbare Todesfälle. Es geht dabei um
Krankheiten, die durch ein leistungsfähiges Gesundheitswesen geheilt
werden können wie Blinddarmentzündungen, Bluthochdruck, Darmkrebs und
Tuberkulose. Beim Vergleich von 19 Industrieländern landeten die USA
auf dem letzten Platz. (09.01.2008)
ALG-II-Empfängerin klagt Fahrkarten-Erstattung ein
Ein Richter in Celle hat jetzt verfügt, dass die Behörden die Fahrkarte
für die Tochter einer ALG-II-Empfängerin übernehmen müssen. Die
Chancengleichheit auf Bildung müsse gewahrt bleiben und die
Pauschalierung der Leistungen nach Hartz-IV dürfe nicht dazu führen,
dass Kinder aus armen Haushalten nicht das Gymnasium besuchen könnten.
In dem konkreten Fall ging es um die Kosten für den Bus von rund 89
Euro im Monat, da die Schule 22 Kilometer entfernt ist. (07.01.2008)
Contergan-Opfer bilden internationale Allianz
Contergan-Opfer aus fünf Ländern haben die internationale Thalidomid
Allianz gegründet. Sie wollen u.a. gemeinsam durchsetzen, dass die
Renten für die Opfer auf 2.100 Euro angehoben werden. Es beteiligen
sich neben Deutschland Interessenverbände aus Kanada, Großbritannien,
Schweden und Spanien. In Deutschland beziehen die Betroffenen eine
maximale Rente von 545 Euro, die aus Steuergeldern finanziert wird. Der
Hersteller Grünenthal hatte 1971 56 Millionen in die Conterganstiftung
eingezahlt, die längst aufgebraucht sind. (07.01.2008)
BGH: Razzien bei G-8-Gegner rechtswidrig
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Durchsuchungsaktionen bei
G-8-Gegnern im Vorfeld des Weltwirtschaftsgipfels in Heiligendamm für
rechtswidrig erklärt. Der BGH in Karlsruhe befand, dass die
Bundesanwaltschaft, die die Razzien angeordnet hatte, gar nicht
zuständig gewesen sei, weil die G-8-Gegner sich nicht zu einer
terroristischen Vereinigung zusammengeschlossen hätten. Im Mai 2007
hatte die Bundesanwaltschaft 40 Wohnungen und Kulturzentren in sechs
Bundesländern durchsuchen lassen. (04.01.2008)
Weltweit Kritik an Macht der Konzerne
Nach einer Umfrage des Ipsos-Instituts in 22 Industrie- und
Schwellenländern sind 74 Prozent der Befragten der Meinung, dass große
Unternehmen zu starken Einfluss auf die politischen Entscheidungen der
Regierungen hätten. 69 Prozent der Befragten sehen die großen
Unternehmen als mächtiger als die Regierungen an. 72 Prozent der
Befragten sprachen sich dafür aus, dass die Regierungen die Aktivitäten
der Konzerne entschiedener gesetzlich regulieren sollten. (04.01.2008)
Irak: Verschlechterung der Lage der Frauen
Eine Studie der Organisation "Brussels Tribunal" vergleicht die Lage
der Frauen im Irak heute mit der vor der Besetzung 2003. Danach hat
sich die Situation für Frauen erheblich verschlechtert: die Zahl der
Fälle von sexuellen Übergriffen, Folter und Verletzung von
Frauenrechten habe deutlich zugenommen. 70 Prozent der Frauen, die vor
2003 einen Arbeitsplatz hatten seien nun arbeitslos.
(www.brusselstribunal.org) (04.01.2008)
900 US-Soldaten 2007 im Irak getötet
Für die US-Truppen im Irak war 2007 das bisher verlustreichste Jahr
seit der Irak-Invasion 2003. Insgesamt wurden 2007 900 US-Soldaten
getötet. Seit 2003 starben damit 3.900 Soldaten im Irak, 822 davon
2006. Nach Schätzungen kamen 2007 18.000 Iraker ums Leben, davon waren
16.000 Zivilisten. (02.01.2008)
VdK: Altersarmut greift um sich
Nach Angaben des Sozialverbands VdK sind in Deutschland immer mehr
Rentner von Altersarmut bedroht. "Ein Durchschnittsrentner hat heute
rund 130 Euro weniger zur Verfügung als noch vor vier Jahren", sagte
VdK-Chef Walter Hirrlinger. Die Zahl der Menschen, die Grundsicherung
im Alter beantragt hätten, sei von 2005 auf 2006 um acht Prozent auf
680.000 gewachsen. (02.01.2008)