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Duisburg: Soli-Aktion für Starbucks-Union

by fdaadmin last modified 2007-05-19 12:11

Am 18.05.07 fand vor der Starbucks-Filiale im Duisburger City-Palais eine Solidaritätsaktion für die entlassenen Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter der Starbucks-Union (USA) statt, um sowohl auf die Entlassungen, als auch die prekären Arbeitsbedingungen bei Starbucks im Allgemeinen hinzuweisen. Der Starbucks-Konzern steht schon seit längerem wegen seiner aggressiven Versuche, gewerkschaftliche Organisation seiner Angestellten zu unterbinden, in der Kritik.

Gegen 17:00 Uhr bauten die Aktivisten und Aktivistinnen der FAU-Duisburg ihren Stand mit Infomaterial und zapatistischem Gratis-Kaffee auf und entrollten ein Transparent. Zunächst wurden im Laden selbst die MitarbeiterInnen über die Situation ihrer KollegInnen in den USA informiert und darauf hingewiesen, dass zu deren Unterstützung vor dem Laden ein Infotisch aufgebaut werde. Die Resonanz war zunächst verhalten, also wurden draußen fleißig Flyer verteilt und Interessierte zum Umsonst-Kaffee eingeladen. Anfangs kam das Ordnungsamt vorbei, das aber nichts zu beanstanden hatte.

Während der Aktion kam es zu vielen Gesprächen mit Interessierten, hier kann zwar nicht alles wiedergegeben werden, aber fast immer war die Resonanz positiv. Viele Leute berichteten davon, dass sie sowieso nicht zu Starbucks gehen, da es dort zu teuer sei, und jetzt erst recht nicht hingehen würden. Während die politische Abteilung der Polizei mit ihrem Auto eine Runde um den Infotisch drehte, erregten sich PassantInnen über die Lohn- und Beschäftigungspolitik des Konzerns, meinten aber auch, dass in Duisburg die Arbeits- und Lebensbedingungen immer schlechter würden, und fanden es gut, dass Leute was dagegen machen.

Als sich die Aktion gegen 19:00h dem Ende neigte, fuhr die Polizei, die von der Schichtleiterin gerufen worden war, mit zwei Einsatzfahrzeugen vor. Nachdem die Hilfesuchende von der Polizei darüber aufgeklärt worden war, dass Flugblätter verteilen ihnen keine Möglichkeit für polizeiliche Maßnahmen bietet, ging es noch länger hin und her, bis die Polizei nach ca. 25 min wieder abzog. Alles in Allem gab es viele positive Reaktionen von Gästen und Vorbeilaufenden jeden Alters. Die Aktion heute hat wohl in der Duisburger Starbucks-Filiale für einigen Wirbel gesorgt.



Text des verteilten Flugblatts:


Dieser Kaffee schmeckt bitter !

In der USA organisieren sich Starbucks-MitarbeiterInnen, um für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen.
Die Antwort des Konzerns:
Bereits fünf Gewerkschaftsmitglieder entlassen!

Das "grüne" Image dieses Ladens täuscht über die Missstände hinweg:

-Der Lohn in den Starbucks-Filialen der USA beträgt gerade mal
6 bis 8 Dollar (4,50 € bis 6,20 €)
-MitarbeiterInnen bekommen keine feste Anzahl von Wochenarbeitsstunden zugesichert.
-Starbucks zahlt weniger MitarbeiterInnen eine Krankenversicherung als Wal-Mart, die für ihre schlechte Zahlungsmoral berüchtigt sind.
Seit einigen Jahren nun haben die MitarbeiterInnen in den Filialen begonnen, sich gewerkschaftlich zu organisieren, um ihre Ansprüche gegen ihren Arbeitgeber durchsetzen zu können. Besonders aktiv dabei sind unsere GenossInnen der IWW (Industrial Workers of the World).
Der Konzern erklärt sich gerne "frei von Gewerkschaften".
Innerhalb eines Jahres sind schon fünf GewerkschafterInnen aufgrund ihrer Aktivitäten entlassen worden:
Joseph Agins, Charles Fostrom, Evan Winterscheidt, Daniel Gross und Isis Saenz. Starbucks tritt die Rechte seiner MitarbeiterInnen mit Füßen!

Deshalb:
Geht nicht zu Starbucks, bis der Konzern das Recht der ArbeiterInnen auf gewerkschaftliche Organisation respektiert! Die entlassenen IWW-Mitglieder müssen wieder eingestellt werden!

An die MitarbeiterInnen von Starbucks: Organisiert euch! Schließt euch wie die KollegInnen in der USA zusammen (z.B. in Gewerkschaften).

Informationen unter: www.starbucksunion.org oder www.iww.org/de

Beschwerden an:
Starbucks Coffee Deutschland GmbH , Dorotheenstraße 1 ; 45130 Essen Tel.: (0201) 870 790 0 ; Fax: (0201) 870 790 3

Freie Arbeiterinnen und Arbeiter Union
Lokalföderation Duisburg
faudu@fau.org
fau-duisburg.tk

Weitere Infos:


Älterer Bericht mit Infos und Berichten zu weiteren Aktionen von Syndikaten der FAU.
Website der Starbucks Workers Union (Englisch).




Bilder:

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