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Dokumentation: FrauenLesben Treffen in Freiburg

by rebeldiacadadia — last modified 2008-01-07 11:52

Feministinnen und Lesben treffen sich zum europaweiten FrauenLesbenTreffen Mehr als 70 FrauenLesben trafen sich vom 29.12.07 bis 02.01.08 in Freiburg, um zu diskutieren, sich auszutauschen und gegenseitig voneinander zu lernen. Die anwesenden Frauen hatten sehr unterschiedliche politische Hintergründe: So kamen aus der FrauenLesben Szene, andere eher aus queeren Zusammenhängen, weitere, deren politischer Schwerpunkt in der Antiglobalisierungs-Bewegung oder liegt.

Die Inspiration zu dem Treffen hatten die indigene zapatistische Bewegung in Mexiko gegeben. Im letzten Sommer hatten die Zapatistinnen zu einem weltweiten Frauentreffen in Chiapas aufgerufen, bei der die zapatistischen Frauen über ihre Selbstorganisierung und ihren Kampf erzählen wollten. Dieses fand vom 28.12. bis 1.1.2008 im autonomen Verwaltungs/Kulturzentrum La Garrucha statt (mehr Infos spanischsprachig:  http://chiapas.indymedia.org/
deutsch:  http://de.indymedia.org/2008/01/204279.shtml)

Durch diese Initiative wurden Frauen in Europa inspiriert, sich zeitgleich zu treffen, denn Widerstand heißt in erster Linie, sich dort zu organisieren wo wir leben.

Der Aufruf richtete sich an alle rebellischen Frauen, die links unten für eine freie Gesellschaft, ohne Herrschaftsstrukturen, wie sie insbesondere vom Patriarchat ausgehen, kämpfen.

Zu dem Treffen waren Frauen aus über 10 verschiedenen Ländern, z.B. Belgien, Frankreich, Österreich, Schweiz, Finnland, Polen, der BRD gekommen.

In verschiedenen Workshops wurden inhaltliche und praktische Erfahrungen ausgetauscht. So wurde sich mit der Geschichte der feministischen Frauenbewegung befasst, Möglichkeiten von Soliarbeit und Vernetzung mit Frauen in anderen Ländern diskutiert und über die Situation von Frauen in Mexiko berichtet. Kontrovers wurden Themen wie Dekonstruktion von Geschlecht, zum Umgang mit sexualisierter Gewalt (in linken Strukturen) und Gewaltprävention diskutiert.

Große Resonanz erfolgte auf den Vortrag zur Geschichte der Roten
Zora, der einzigen FrauenGuerilla in der BRD. In praktischen Workshops wurden Fähigkeiten und Wissen zu Computer, Stencil, Samba als Aktionsform, Verhütung usw. ausgetauscht. In einem Radio Workshop, der in Zusammenarbeit mit Frauen des nichtkommerziellen Radio Dreyeckland [ http://www.rdl.de/] stattfand, wurde eine Sendung zum FLT produziert [ http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=20365]. Das Treffen fand hauptsächlich in den Räumen des Frauen Lesbenzentrums [ http://www.frauenlesbenzentrum-freiburg.de/] und der KTS [ http://www.kts-freiburg.org/] statt.

Beeindruckend war, dass sich zum einen seit langen mal wieder Frauen aus unterschiedlichen Zusammenhängen getroffen haben und auch für kontroverse Themen Raum war, die zu einem Austausch und Begegnungen führte und nicht zu Frustration und Ausschluss. Ebenso wurde als positiv die generationsübergreifende Vernetzung empfunden. Es waren zwischen 20 und 60 Jahren sämtliche Altersstufen in gleichem Maße vertreten.

Mit einer Aktion am 31.12. zum Thema Bleiberecht wurde geballte Frauenpower in Freiburgs Fußgängerzone getragen. Unterstützung kam dabei von der Samba Band „Samdasta“, der es gelang, die Erfahrungen aus dem Workshop gleich praktisch umzusetzten.

Das Treffen zeigte, dass die Organisation in reinen Frauenräumen nach wie vor unerlässlich ist, dass eine Vernetzung über Ländergrenzen hinaus ausgebaut werden muss und dass die feministische Bewegung keinesfalls an Aktualität oder Bedeutung verloren hat. Sämtliche Teilnehmerinnen sahen das Treffen als Erfolg und äußerten den Wunsch nach einer Fortsetzung. Aktivistinnen aus Wien boten an, das nächste Treffen vorzubereiten.

Auch für Freiburgs politische Landschaft war das europ. FrauenLesbenTreffen eine längst fällige Bereicherung. Es ist gelungen zwei Freiräume, das FrauenLesbenzentrum und die KTS zueinander zu bringen und eine Vernetzung von Aktivistinnen innerhalb der Stadt aufzubauen.

Nicht gelungen war es, verstärkt auch Migrantinnen anzusprechen. Zwar nahmen auch Frauen aus Uganda, der Türkei und Kolumbien an dem Treffen teil, jedoch wäre es wünschenswert gewesen, wenn auch gerade Frauen, die in Freiburg leben, verstärkt an den Workshops und Veranstaltungen teilgenommen hätten.

Aufgrund der Dichte des Programms wurde leider auch wichtigen Themen wie Antifaschismus und Rassismus wenig Raum gegeben.
Diese Aspekte werden jedoch bei dem nächsten Treffen verstärkt berücksichtigt werden.

Als ein Ergebnis des Treffens entstand eine Website, um sich europaweit besser zu vernetzen und Themen auszutauschen. Diese ist einzusehen unter:  http://feministnetwork.livejournal.com/

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