Gai Dào Nr. 39 – März 2014

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Gai Dào Nr. 39 – März 2014

Hallo Menschen,

in der Ukraine überschlagen sich die Ereignisse. Janukowitsch, der noch vor wenigen Tagen unerschütterlich auf dem Thron zu sitzen schien wurde über Nacht abserviert und ist auf der Flucht. Doch wie leider so oft in jüngster Vergangenheit bedeutet der Sturz eines Despoten keine automatische Verbesserung, sondern lockt auch diejenigen an, die in einem solchen Machtvakuum lang gehegte Fantasien zum greifen nahe sehen. Im Fall der Ukraine eine rießige Melange weit rechts der Mitte. Eine bekennende neo-narzistische Partei gilt als „legitime“ Opposition, fast täglich gingen Bilder der „Helden des Maidan“ um die Welt, die sich martialisch mit NS-Symbolen schmücken und seit dem Sturz Janukowitschs mehren sich Berichte über rechtsradikale, paramilitärische Gruppen die mehr und mehr die Kontrolle in manchen Städten und Regionen des Landes erlangen, insbesondere in Kiew. Eine Beurteilung der Lage ist ohne Sprachkenntnisse und von der sicheren Wacht des heimischen PCs mehr als schwierig. Kleine Lichtblicke sind die gelegentlichen Nachrichten und Interviews mit Genoss*innen vor Ort, mehrheitlich von der Autonomen Union der Arbeiter. Einer von ihnen bittet in unserem ersten Beitrag um jedwede mögliche Unterstützung, was wir nur unterstreichen können. Praktische Solidarität ist natürlich immens schwierig, aber wir vertrauen in eure unerschöpfliche Kreativität und Leidenschaft.

Immerhin erwartet euch eine höchst abwechslungsreiche Ausgabe. Neben dem zweiten Teil der Kropotkin-Kritik setzen wir natürlich auch unsere beiden laufenden Artikelserien zum Zapatismus (mit einem sehr bissigen Text) sowie zu “Science Fiction und Anarchie” fort, mit einem Schwerpunkt auf “Cyberpunk”.
Besonders an Herz wollen wir euch allerdings die Artikel zur Anarcha-Feministischen Konferenz im Oktober 2014 in London legen. Wir begrüßen die Ausrichtung dieser Konferenz sehr und fänden es wichtig, wenn auch aus unserem Sprachraum Initiativen und Ideen zu einem gemeinsamen Verständnis dieses in den letzten Jahren eher vernachlässigten Zweiges der anarchistischen Bewegung hinzukommen würden – besonders heute, zu Zeiten des aktuellen, gesellschaftlichen Backlashes in feministischen Fragen.

Last but not least drucken wir auch einige Auszüge aus dem neuen Buch des CrimethInc-Kollektivs ab. Seid gespannt!

Eure Redaktion der Gaidao

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