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Berichte vom Globalen Aktionstag gegen Starbucks

by Rudolf Mühland last modified 2008-08-07 16:58

In rund 20 Ländern rund um den Globus haben am 5. Juli GewerkschafterInnen und soziale AktivistInnen auf unterschiedlichste Weise gegen die gewerkschaftsfeindliche Praxis des Kaffeehaus-Multis Starbucks protestiert. Im Mittelpunkt standen dabei die Beschäftigten und KundInnen des Konzerns. Unmittelbarer Anlass für den Globalen Aktionstag war die Entlassung des CNT-Mitglieds Monica in Sevilla und die von Cole, einem Mitglied der Starbucks Workers Union der IWW in Grand Rapids, Michigan, USA. Wir Berichten über die vielfältigen Aktionen in der BRD - die hat sich FAU in 15 Städten am Aktionstag beteiligt - und weltweit. "Ein Angriff auf eine von uns ist ein Angriff auf alle!"

Update: Berichte vom Globalen Aktionstag gegen Starbucks

Kampagnen-Ikon

Polen: Protesttag mit Aktion in Wroclaw eröffnet

Im polnischen Wroclaw haben bereits am 1. Juli Mitglieder unserer Schwestergewerkschaft ZSP Flugblätter am Firmensitz von Amrest verteilt. Derzeit gibt es noch keine Starbucks-Filialen in Polen, allerdings will Amrest in Kürze die Marke dort einführen. Die zur berüchtigten Yum! Gruppe gehörende Firma betreibt in Polen bereits andere Systemgastronomie-Ketten wie KFC, Burger King und Pizza Hut. Laure Akai von der ZSP schreibt dazu „Es sieht so aus, als gäbe es einiges Potential für eine gewerkschaftliche Organisierung, bevor Starbucks überhaupt erst richtig eröffnet hat.“

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BRD: Aachen
Gute Aktion. Wir haben mit 6 Leuten Flugblätter verteilt und einige Liter Solikaffee gratis an interessierte PassantInnen abgegeben. Mehrere Beschäftigte haben Sympathie bekundet; wir haben viele interessante Gespräche geführt.

BRD: Frankfurt/Main
In Frankfurt haben wir fünf Starbucks Filialen besucht, Flugblätter verteilt und Gespräche geführt. Vor drei Läden wurden Kundgebungen mit Megafonen abgehalten. Es gab jeweils einen Redebeitrag zur aktuellen Situation auf deutsch und spanisch, bei der Kundgebung auf der Freßgass hatten wir dabei einige hundert ZuhörerInnen in den umliegenden Straßencafes.
Am Nachmittag gibt es noch einen Stand auf dem Rödelheimer Parkfest.

Protestaktion gegen Starbucks in Frankfurt/Main am 5. Juli 2008

BRD: Hamburg
Knapp ein Dutzend FAU-GenossInnen haben innerhalb einer Stunde die fünf Starbucks-Filialen um das Rathaus im Stadtkern besucht und Flugblätter verteilt und ein Transparent entfaltet.

Protestaktion gegen Starbucks in Hamburg am 5. Juli 2008

Schweiz: Zug
Mitglieder der Gruppe «Systembruch» haben heute Flugblätter an Gäste und ArbeiterInnen bei Starbucks sowie an Passanten verteilt. Viele zeigten sich interessiert, vielleicht gerade auch weil Starbucks letzte Woche mit den geplanten 12'000 Entlassungen bereits in den Medien war. Wir solidarisieren uns mit den bedrohten und gefeuerten ArbeiterInnen. Ein Angriff auf eine von uns ist ein Angriff auf alle!

Australien: Melbourne
Zwanzig Leute aus unterschiedlichen Gruppen, darunter der IWW, der ASF (Anarcho-Syndicalist Federation), Melbourne Anarchist Club, Union Solidarity und andere versammelten sich vor dem lokalen Starbucks um ihre Solidarität mit den gefeuerten ArbeiterInnen zu zeigen und das Recht der ArbeiterInnen sich zu organisieren zu verlangen. Die Aktion dauerte eineinhalb Stunden, fast niemand ging in den Laden. Es war eine Menge Polizei anwesend, die von Starbucks mit Gratis-Kaffee versorgt wurde, dennoch blieb alles friedlich.


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BRD: Duisburg
In Duisburg hat sich die lokale FAU-Gruppe um 9.30 getroffen, um gegen 11.00 Uhr mit Unterstützung aus Krefeld und Düsseldorf auf der Königstraße einen kleinen Stand aufzubauen und das Transpi zu entrollen. Unsere Aktion, an der sich rund 15 Leute beteiligt haben, war ein voller Erfolg: Wir hatten zu vielen Leuten Kontakt, die mehr über die Politik bei Starbucks wissen wollten und ähnlich wie eine ältere Passantin reagierten, die meinte „Ich fand die (Starbucks) schon immer doof, jetzt weiß ich endlich, warum!“. Um 15.00 haben wir dann eingepackt, um 500 Flyer ärmer und um etliche Zusprüche reicher. Eine Frau, deren Freund unter einer seltsamen Begründung kürzlich in einem nahe gelegenen Starbucks gefeuert wurde, hat sich gleich für unser öffentliches Treffen angekündigt.


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BRD: Braunschweig
Die Ortsgruppe Braunschweig der FAU hat mit 7 Leuten in und vor der Starbucksfiliale im hiesigen ECE-Center Flyer verteilt. Von Beginn an wurden die in der Filiale ausgelegten Zettel vom Personal eingesammelt, aber von uns wieder zurückgeholt. Nachdem wir ca. 35 Minuten vor der Filiale an die Passanten und die Besucher von Starbucks verteilt hatten, kam das Sicherheitspersonal des ECE-Centers und erteilte uns ein Hausverbot. Im weiteren Verlauf kam es dann vor dem ECE-Center noch zu einigen interessanten Gesprächen mit Starbucks-MitarbeiterInnen, von denen einige bereits im Vorfeld etwas vom Aktionstag gehört hatten.

BRD: Düsseldorf
Aktionen bei sieben Starbucks in der Düsseldorfer City.
Mit insgesamt 12 Filialen gehört Düsseldorf in Deutschland zu den Top 3 der „Starbucks-Citys“. Gegen 16.00 Uhr machten wir uns auf den Weg die sieben Filialen der Innenstadt zu besuchen. Die Reaktionen der ArbeiterInnen reichten von ehrlichem Interesse, über echte oder gespielte Gleichgültigkeit bis hin zu offener oder gespielter Feindschaft. Die KundInnen hingegen waren in aller Regel offener und interessierter. Viele lasen, beim „Genuss“ ihres Kaffees, das Flugblatt. Einige hätten gerne spontan mehr erfahren. Leider kamen einem Info-Gespräch immer die Filialleiter in die Quere. Ihr Hausrecht ausnutzend, verwiesen sie uns kurzer Hand vor die Tür. Aber da war es immer schon zu spät – die Flugblätter waren an ArbeiterInnen und KundInnen verteilt. Unser Flugblatt zeichnete sich im übrigens dadurch aus, das es, neben den Hintergrundinformationen, sowohl für ArbeiterInnen als auch KundInnen konkrete Handlungsanweisungen enthielt, wie sie den Widerstand konkret unterstützen können.



BRD: München
Mitglieder des Bildungssyndikates der FAU München haben fünf Filialen von Starbucks in der gesamten Münchener Innenstadt besucht. Sie verteilten sowohl Flugblätter in den Filialen an die Beschäftigten und die KundInnen als auch außerhalb, wo wegen des schönen Wetters viele KundInnen saßen. Es gab ausschließlich positive Reaktionen, vor allem innerhalb der größtenteils international zusammengesetzten Kundschaft. Viele waren empört über die Missstände bei starbucks und zeigten Verständnis für den Protest. Vorsichtiger waren meist die Baristas, die bei Nachfragen zu den eigenen Arbeitsbedingungen meistens schnell an die GeschäftsführerInnen verwiesen. Für die Münchener FAUistas war der Aktionstag ein sehr positives Erlebnis, an dem sie sich jederzeit wieder beteiligen würden.

Belfast
Organise! und die WSM verteilten von 12.00 bis 13.00 Uhr Flugblätter vor dem Starbucks im Zentrum von Belfast. Trotz des miserablen Wetters beteiligten sich ein Dutzend Leute an der Aktion. Zu Beginn gingen drei von ihnen in den Starbucks und verteilten dort an die Beschäftigten und KundInnen. Die Reaktion auf die Aktion war sehr positiv, auch wenn eine Person fälschlicher Weise beschuldigt wurde, ein Mitglied der Belegschaft angegriffen zu haben.


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BRD: Wuppertal
Vor der Starbucks-Filiale in Wuppertal-Elberfeld wurden Flugblätter an KundÍnnen und Baristas verteilt.

BRD: Darmstadt
Das Verteilen von Flyern in Darmstadt brachte den dortigen Filialleiter derart auf die Palme, dass er die Polizei rief und diese aufforderte, den GenossInnen einen Platzverweis zu erteilen. Solch ein Austand für „so eine Lapalie“ war den Beamten allerdings sichtbar zu viel, nicht eben zur Freude des Bosses. Sein Verhalten dürfte mit dazu beigetragen haben, dass der Starbucks an diesem Tag ziemlich leer blieb.

BRD: Bremen
In Bremen gab es einen Stand der FAU vor der Starbucksfiliale - mit Transparent, Solikaffee und überraschend guten Gesprächen! Die Resonanz war sehr gut, viele Leute nahmen unsere Flyer erst, als wir ihnen sagten, dass wir gegen Starbucks seien. Gegen Mittag sah sich der Geschäftsführer gezwungen, seine Kunden mit "Gratiskaffee" bei Laune zu halten. Keine guten Vorzeichen für die zwei weiteren Starbucks, die in diesem Jahr in Bremen eröffnet werden sollen.

Österreich: Wien
Die Lokalföderation Wien der «Föderation der ArbeiterInnen Syndikate (FAS)» hat 8 Filialen der Kaffeehauskette besucht und MitarbeiterInnen und KundInnen über die gewerkschaftsfeindliche Haltung des Konzerns informiert. Der Aktion wurde teils mit Rauswurf, teils mit wohlwollender Zustimmung begegnet. Wobei die FilialleiterInnem, sobald sie davon Wind bekamen, sich bemühten die Aktion zu stoppen. Nichtsdestotrotz wurden alle KundInnen informiert. Zum Abschluss trafen sich die einzelnen Teams bei der am stärksten frequentierten Filiale auf der Mariahilfer-Straße. Die FAS begrüßt es, dass die CNT und IWW Seite an Seite gegen die Bosse kämpfen und werden globale Aktionen auch in Zukunft unterstützen. In Solidarität mit Monica, Cole und allen Baristas bei Starbucks!

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BRD: Bonn
In Bonn verteilten Mitglieder der FAU Bonn, des Anarchosyndikats Bonn-Köln und andere mehrere hundert Flugblätter vor einem der beiden örtlichen Starbucks.

BRD: Dortmund
Die FAU Dortmund hat mit vor den beiden Starbucks-Fillialien in der Dortmunder Innenstadt von 13:00 bis 15:00 Uhr mehr als 400 Flugzettel verteilt. In der direkten Umgebung haben wir vorher ein paar plakative DIN-A4-Zettel gut sichtbar plaziert. Wir konnten uns auch mit einigen Beschäftigten unterhalten, die zumindest kein Problem mit der Aktion zu haben schienen und zum Teil auch ihr Verständnis ausdückten. Die Reaktionen der Passanten waren, bis auf wenige Ausnahmen positiv, zum Teil auch recht interessiert.

USA: Grand Rapids
In Grand Rapids, dem Ort in dem Cole Dorsey, einer der beiden gefeuerten Baristas, arbeitet war die Aktion sehr erfolgreich, obwohl der Starbucks-Gebietsleiter, der für die Entlassung von Cole verantwortlich ist, den Protest beobachtete und versuchte die Baristas einzuschüchtern. Am Rande standen zwei bis drei Streifenwagen bereit, deren Besatzungen sich mit dem Gebietsleiter unterhielten. Es waren viele Leute anwesend, die sich allerlei hatten einfallen lassen, um ihren Protest auszudrücken. Das Medienecho war beachtlich, aller größeren TV-Ketten waren vertreten und die Berichte war erstaunlich gut für die Mainstream-Presse. Über die Aktion gibt es eine Video-Montage.

Großbritannien: London
Mitglieder der «Solidarity Federation» und der IWW London verteilten Flugblätter bei in der New Oxford Street, einer der größten Niederlassungen auf der Insel. Die Aktion dauerte rund eine Stunde. In dieser Zeit ging nur jede zweite in den Laden, nachdem er über die Praktiken von Starbucks informiert worden war. Zwei potentielle Besucher schlossen sich sogar kurzerhand dem Protest anschlossen!

BRD: Nürnberg
Die GenossInnen von der Nürnberger FAU-Initiative hatten sich gleichzeitig drei Starbucks in der Stadt vorgeknöpft. Dabei wurden rund 1.000 Flyer verteilt, für die es viele positive Rückmeldungen und allgemein großes Interesse gab. Wir haben außerdem erfahren, dass die Beschäftigten bei Starbucks bereits im Vorfeld informiert worden waren, dass etwas laufen würde und entsprechende Instruktionen erhalten hatten. Auf dem anschließenden Südstadtfest wurde noch ein Transparent ausgehängt.

USA: Philadelphia
Mitglieder der IWW Philadelphia organisierten eine kleine Kundgebung vor dem Starbucks 9th and South Street. Es wurden Flugblätter verteilt und Parolen gerufen, darunter z.B. "What’s Disgusting!?-Union Busting" oder "What’s Outrages?!-Starbucks Wages!" (Was ist zum Kotzen? Die Löhne bei Starbucks!). Die Managerin drohte damit die Polizei zu rufen, die ließ sich allerdings nicht blicken. Viele PassantInnen nahmen gerne die Flyer.

Protestaktion gegen Starbucks in Philadelphia am 5. Juli 2008



BRD: Stuttgart
Wir haben um die Mittagszeit Flyer verteilt an die draussen sitzenden Gäste und die Baristas drinnen. In zwei Filialen (Königsstrasse und Schlossplatz) waren die KollegInnen echt im Stress, so dass kein Gespräch möglich war. In den anderen beiden Filialen (Hauptbahnhof und Calwer Str.) positives Interesse der Kollegen. Ansonsten: null Probleme.


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