Personal tools
You are here: Home Archiv 2007 Verfassungsschutz über Graswurzelrevolution & FAU-IAA
Document Actions

Verfassungsschutz über Graswurzelrevolution & FAU-IAA

by fdaadmin last modified 2007-05-17 03:24

Im aktuellen heute herausgekommenen Verfassungsschutzbericht, den es auf www.verfassungsschutz.de runterzuladen gibt, ist auch ein Kapitel über "traditionelle Anarchisten" enthalten. Darin steht folgendes:

Traditionelle Anarchisten

Anarchistische Konzepte werden in Deutschland insbesondere von
Gruppierungen der "Graswurzelbewegung" und den in der "Freien
Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union" (FAU) organisierten
Anarcho-Syndikalisten, deutsche Sektion der "Internationalen Arbeiter
Assoziation" (IAA), verfolgt. Daneben bestehen weitere, kleinere
anarchistische Gruppierungen wie Anarcho-Kommunisten oder deutsche Ableger
der weltweit organisierten "Red and Anarchist Shinheads".

Unter Bezug auf die aus dem angelsächsischen Kulturkreis stammende
"Graswurzelidee" (engl. grass root movement) lehnen die Anhänger der
"Graswurzelbewegung" die bestehende Staats- und Gesellschaftsordnung
ab und fordern stattdessen eine herrschaftsfreie, auf Selbstverwaltung
gegründete Gesellschaft. Die seit 1972 regelmäßig erscheinende Zeitung
"Graswurzelrevolution - für eine gewaltfreie, herrschaftslose
Gesellschaft" dient den Aktionsgruppen und sonstigen Zusammenhängen des
Netzwerkes als Plattform. Darin artikulieren sie die Vorstellungen für die
angestrebte "tiefgreifende gesellschaftliche Umwälzung, in der durch Macht
von unten alle Formen von Gewalt und Herrschaft abgeschafft" werden
sollen. Die anarchistische Publikation verfolgt zudem das Ziel, "Theorie
und Praxis der gewaltfreien Revolution zu verbreiten und weiter zu
entwickeln".

Die Bewegung, der etwa 200 Anhänger zuzurechnen sind, propagiert und
verfolgt das Konzept des "Zivilen Ungehorsams". Danach ist neben bewussten
Regelverletzungen auch "gewaltfreier Widerstand" legitim, der zwar
Sachbeschädigungen, nicht aber Übergriffe auf Personen einschließt. In
ihrem "antimilitaristischen Kampf" engagierten sich Anhänger der
"Graswurzelbewegung" erneut u. a. gegen Atomwaffenstandorte und
nahmen im Februar an Protesten gegen die jährlich in München stattfindende
Konferenz für Sicherheitspolitik teil.

Die in Syndikaten sowie Branchen- und Ortsgruppen agierende FAU als
deutsche Sektion zählt bundesweit ca. 300 Anhänger. Nach der im Internet
eingestellten Prinzipienerklärung der FAU-IAA von 2003 ist
"Anarchosyndikalismus eine konkrete Vorgehensweise, aus den gegebenen
Verhältnissen heraus zur herrschaftsfreien Gesellschaft zu gelangen".
Neben diesem Ziel der "Herrschaftslosigkeit" wird die Übernahme der
Wirtschaft in Selbstverwaltung" der Arbeiter und Arbeiterinnen angestrebt.
Demzufolge legten die Mitglieder der FAU-IAA die Schwerpunkte der
Agitation wie in den Vorjahren auf den "antikapitalistischen Kampf" in
Betrieben und Gewerkschaften und setzten auf Formen der "Direkten Aktion"
wie z. B. Besetzungen, Boykotts und Streiks. Bundesweit führte die FAU-IAA
Aktionen und Aufrufe durch; u. a. gegen ein internationales
Airline-Catering-Unternehmen oder gegen eine deutsche Supermarktkette zur
Unterstützung von Streikaktionen der spanischen syndikalistischen
Gewerkschaft CNT.

Der "Antimilitarismus" bzw. der 1. Mai als Arbeiterkampftag gehörten
erneut zu den hervor zu hebenden Aktionsfeldern der FAU. So beteiligte
sich auch die FAU an der Großdemonstration gegen die 42. Konferenz für
Sicherheitspolitik in München.

Traditionelle Anarchisten aller Schattierungen befassten sich zudem im
Jahresverlauf auch mit der Mobilisierungsdiskussion für die geplanten
Proteste im Zusammenhang mit dem 2007 in Heiligendamm stattfindenden
G8-Gipfel.


Infos über den Verfassungsschutz gibts auf
projekte.free.de/schwarze-katze/doku/vs.html

Ein ironischer Aufruf zum Thema:
graswurzel.net


Powered by Plone CMS, the Open Source Content Management System

This site conforms to the following standards: