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Anarchosyndikalistische Flugschriftenreihe - Do It Yourself - Bibliothek

by Rudolf Mühland last modified 2007-04-10 11:03

Hier findest du die komplette Flugschriften Reihe des A.M.S.E.L. Unsere Mischung aus aktuellem und historischem Textmaterial liegen im PDF - Format vor. Es gibt 2 Versionen. Eine reine Leseversion und eine Druckversion. Die Leseversion eignet sich zum lesen am PC oder zum einfachen ausdrucken. Die Druckversion eignet sich zum Ausdrucken zuhause und Broschüre falten & massenhaften verteilen! ;-) Dazu einfach zuerst die ungeraden Seiten drucken, und dann den Papierstoss wieder umgedreht einlegen und die geraden Seiten auf die Rückseite drucken. Viel Spass beim Lesen!

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001 Döhring - Warum eigentlich lassen sich Menschen regieren?
002 Nonameous - Kleiner Leitfaden zur Geschichte und Inhalten des Anarchismus
003 Peiro - Syndikalismus & Anarchismus
004 Vor dem Anschlag ist nach dem Anschlag
Anarchosyndikalistische Stellungnahmen zum Anschlag am 11.09.2001
von FAU / IAA / WSA / CNT
005 Chomsky - Bush der Bruchpilot – Das Dilemma der USA im Irak (2004)
006 Rocker - Wir und die Marxisten
007 Mattick - Bolschewismus und Stalinismus
Über den Mythos von Trotzki dem „besseren“ Stalin
008 Schwarz - Winner take nothing oder Der Friede ist eine Frucht der Gerechtigkeit
009 RBH - Die Arbeit abschaffen
010 Kropotkin - Anarchismus & Syndikalismus
011 Über Kropotkin’s Theorie des kommunistischen Anarchismus
012 Pelloutier - Anarchismus & Gewerkschaft (1895)
013 Witkop-Rocker - Was will der Syndikalistische Frauenbund
014 Bakunin - Sozialismus und Freiheit
015 Bakunin - Marxismus, Freiheit, Staat
016 Bakunin und Marxismus (AutorInnen-Kollektiv)
017 Döhring - Anarchosyndikalismus ist nicht links!
018 Goldman - Das tragische an der Emanzipation der Frau
019 Goldman - Patriotismus – Eine Bedrohung für die Freiheit
020 Goldman - Der Anarchismus und seine wirkliche Bedeutung
021 Rocker - Über den Begriff des Kleinbürgers
022 Rocker - Syndikalismus und Staat
023 Rocker - Staat und Krieg
024 RBH - Was ist eigentlich Anarchie?
025 Rocker - Der Syndikalismus und seine Aufgaben
026 Machno – ABC des revolutionären Anarchisten
027 Kommunisten und Faschisten
028 Über Machno (mit 12 Fotos)
029 F.O.R.A.-IAA Bericht über die soziale Situation in Argentinien
030 Nelles - Anarchosyndikalismus und Sexualreformbewegung
031 Anarchismus in Afrika – Nachruf für Choongo
032 Rocker - Das nationale Einheitsphantom
033 Rocker - Der Nationalismus --- eine Gefahrenquelle!
034 Rocker - Krieg und Wirtschaft
035 Rocker - Sozialdemokratie und Anarchismus
036 Emma Goldman - Minderheiten weisen den Weg
037 Emma Goldman - (1869 - 1940) Kurzbiografie (mit 5 Fotos)
038 Anarchismus und Recht
Anhang: Kriminalität in der Anarchie
039 Erich Mühsam - Alle Macht den Räten
040 Erich Mühsam - Die Anarchisten
041 Erich Mühsam - Appell an den Geist
042 Erich Mühsam - Freiheit als gesellschaftliches Prinzip
043 Erich Mühsam - Bismarxismus
044 Erich Mühsam - Betrachtungen über den Staat
045 Erich Mühsam - Staatsverneinung
046 Most - Eigentumsbestie
047 FAU-IAA Koblenz - Gegen Hartz-Gesetze und Zeitarbeitshetze
048 Schuhmann - Das Staatsbild im kommunistischen Anarchismus
Bakunin und Kropotkin im Vergleich
049 Geschichte der FAUD 1920er Jahre und Theorie des Anarchosyndikalismus
050 Nettlau – Noch ein Wort über das Rätesystem
051 Warum Anarchie? – Was ist eigentlich Anarchie?
Wollen die AnarchistInnen die Republik ins Chaos stürzen?
052 Faure - Die anarchistische Synthese
053 Godwin - Über die politische Gerechtigkeit
054 Grietinger – Matrosenaufstand von Kronstadt (2 Fotos)
055 Otani – Ukrainischer Freiheitskampf – Machnowstschina
(mit 9 historischen Fotos)
056 Anhalt - Ethik ohne Gott
057 Veith – Die anarchosyndikalistische Gewerkschaft
Gewerkschaft heißt das eigene Leben in die Hände zu nehmen
058 Grosche – Anarchismus und Revolution (GWR-Interview)
059 Pfeiffer, Das Syndikat ist nicht die Mafia .....
Stress, kaum Geld und keine Zeit .....
060 GWR – Bin Laden und die Moderne
Woher kommt der islamische Terror und
wie kann er anders als durch Krieg bekämpft werden?
061 Bierl – Feindbild Mensch – Ökofaschismus und New Age
062 FAU-FFM – Klasse gegen Klasse – Text gegen „Antideutsche Positionen“
063 Bruns – WAS IST DER MARX(noch)WERT ?
Was Libertäre vom „libertären Marx“ halten
064 Döhring über Rocker – Sind Anarchismus und Kommunismus wirklich dasselbe ?
065 FAU-IAA-Koblenz - IRAK - ArbeiterInnen im Kampf gegen Privatisierung und Arbeitslosigkeit
066 Gambone - Sankt Che – Die Wirklichkeit hinter der Legende
des heroischen Guerillakämpfers Ernesto Che Guevara
067 Nettlau - Verantwortlichkeit & Solidarität im Klassenkampf
Ihre gegenwärtigen Grenzen und möglichen Ausdehnungen
068 Bruns - 5 Stunden sind genug – 35 gute Gründe für die 5h/W
069 Bergstedt – Demokratie: Wo das Volk regiert, gehen die Menschen unter
070 Ramus – Die Irrlehre und Wissenschaftslosigkeit des Marxismus
071 Rühle – Der Kampf gegen den Faschismus beginnt
mit dem Kampf gegen den Bolschewismus
072 Malatesta – Bolschewismus und Anarchismus
073 Kater – Die Aufgaben der FAUD und der Anarchosyndikalismus
074 Mattick – Kautsky: Von Marx zu Hitler
075 La Boëtie – Von der freiwilligen Knechtschaft des Menschen (1550 !)
076 Bruns – Oskar Lafontaine und die Kulis
077 Landauer – Der Arbeitstag – Zum 1. Mai 1912
078 Döhring – Tschüß Autonome !
079 Bruns – Es gibt kein ABERkadabra
Einiges über den reaktionären Charakter des „Volksentscheides“
080 Wolf – Der erste Prozess des Volksgerichtshofs gegen die
Freie Arbeiter Union Deutschlands (FAUD) im Sommer 1936
081 Stahlmann – Gestalttherapie & Anarchie
082 Anarchie – Eine Welt ohne Gefängnisse
083 FAU-IAA-Leipzig – Kritik am „Manifest gegen die Arbeit“ der Gruppe Krisis
084 Bruns – Die Macht der wirklich Gesetzlosen brechen
Einiges über die Gesetzlosigkeit und das Staatschaos
085 Rocker – Prinzipienerklärung des Syndikalismus 1919
086 Bakunin – Die Commune von Paris und der Staatsbegriff
087 Bakunin – Bourgeoisiesozialismus
088 Bruns – Es gibt keinen GRUND für das EINKOMMEN
Ein Plädoyer gegen das bedingungslose Grundeinkommen (BGE)
089 Schrupp – Frauen in der Pariser Kommune 1871
090 Schrupp – Frauen in der Ersten Internationalen
091 Nettlau – Von der Organisation zur Assoziation
092 Nettlau – Klassensozialismus und Menschheitssozialismus
093 Nettlau – Die Aufgaben der freiheitlichsozialistischen Organisation
094 Anarr – Moderne Sklaverei – Zeitarbeit – Beschäftigungsform von morgen
095 Unruh – Nichts ist unmöglich – Die neuen Arbeitsverhältnisse zwischen
Toyotismus und Prekarisierung
Anhang – Gebetsvorlage: Oh Heiliger Prekarius – Omnia sunt communia
096 Döhring – Zwischen Revolution und Reform – Teil 1
Die Stellung der FAUD zum Tarifvertragssystem
Anhang: Tarifverträge und Syndikalismus (aus „Der Syndikalist“ 1921)
097 Döhring – Zwischen Revolution und Reform – Teil 2
Die Stellung der FAUD zur Betriebsrätefrage
098 Anarchistische Liga München (ALM) – Religion ist Heroin für’s Volk
099 Bakunin – Das unfassbare Individuum
100 Buchenberg – Arbeitskämpfe in der Welt von 1870 – 1996 (mit 1 Bild / 8 Grafiken)
101 Ramm – Sieben Morde bei Coca Cola
Simon – „Coke did nothing“ (mit 7 Fotos)
102 Nettlau – Zwischen Autorität und Freiheit
103 Witkop-Rocker – Vom „Kindersegen“ in der Arbeiterfamilie
Syndikalistischer Frauenbund: An alle Hausfrauen, Mütter und Töchter des Proletariats!
An alle Arbeiterinnen, Hausangestellte und Angestellte in Läden und Büros!
Antimilitarismus und die Frauen (aus „Der Syndikalist“ 1921)
104 Elser: „Den Hitler jag ich in die Luft“
Arbeiter & Antifaschistischer Widerstandskämpfer (mit 21 Fotos)
105 FAUD – Unser Weg (1932)
106 Hrsg.: Bruns – Instruktion zur Bildung von revolutionären Betriebsräten
(Dokumentation eines unveröffentlichten Textes der Münchner Räterepublik 1919)
107 Roche – Betriebsräte und Syndikalismus (aus „Der Syndikalist 1919)
P. M. – Über die Tätigkeit der Betriebsräte (aus „Der Syndikalist 1921)
108 Souchy – Zentralismus und Sozialismus
109 Rocker – Absolutistische Gedankengänge im Sozialismus
110 Wer waren Sacco und Vancetti ? Ein Vortrag
Zum 80. Jahrestag der Hinrichtung (mit 24 Fotos)
111 Hrsg.: Bruns – Josef Sontheimer’s Vortrag zum 100. Geburtstag Bakunins für die
Gemeinschaft proletarischer Freidenker (Polizeispitzelbericht von 1914)
112 Die rote Gewerkschaftsinternationale gegen die Syndikalisten (aus „Der Syndikalist“ 1922)
113 13. Oktober – Jahrestag der Hinrichtung von Francosco Ferrer 1909
Zum 98. Jahrestag --- (mit 7 Fotos und 1 Comicblatt)
114 Döhring – Syndikalismus und Gewalt – Die Einstellung der FAUD zur Frage
der Anwendung von revolutionärer Gewalt
Anhang: Plivier – Sabotage (aus „Der Syndikalist“ 1922)
115 Crawler – Ein Marxist-Leninist namens Ernesto Guevara
Libertäre & antimilitaristische Blicke hinter den Mythos
116 Kaiser – Der „Kater-Konzern“
Beitrag zur anarchosyndikalistischen Verlagsgeschichte (mit 5 Fotos)
117 Wartenberg – Anarchosyndikalismus in Deutschland (1932)
118 CNT-AIT – Das Konzept des libertären Kommunismus (1936)
119 Christie – Wir, die AnarchistInnen – Die Rolle der Militanten der FAI & CNT
120 Ein Genosse aus Liverpool – Eine Antwort auf die häufigsten marxistischen Lügen
über die spanische Revolution
121 Die Maitage Barcelona 1937 – Konterrevolutionärer Mai
Ein stalinistischer Bilderbuchputsch gegen die Revolution
122 Drücke – GWR-Interview mit Abel Paz – Der Anarchismus wird nie sterben (mit 4 Fotos)
123 Döhring – Syndikalist aus Überzeugung – Erich Mühsam’s Entscheidung
erfolgte nach gründlicher Abwägung zugunsten der FAUD

Heft Nr. 1
Helge Döring - Warum eigentlich lassen sich Menschen regieren?
Umfang: 0 Bild(er) auf 12 Seiten
Titelseite von Heft Nr. 1
Titelseite von Heft Nr. 1

Ein sozial-psychologischer Erklärungsansatz aus Rudolf Rockers Werk „Nationalismus und Kultur“ nicht nur für die „Phänomene“ Hitler und Stalin. Dieser Text ist ein thematisch eingegrenzter Zusammenschnitt aus der bei FAU-MAT erschienenen Broschüre „Der Kampf der Kulturen gegen Macht und Staat in der Geschichte der Menschheit – Eine Ausarbeitung zu Rudolf Rockers Werk „Nationalismus und Kultur“.

In seinem Hauptwerk „Nationalismus und Kultur“ äußert sich Rudolf Rocker zu der Frage der Entstehung von Herrschaftsverhältnissen nicht alleine aus einer materialistischen Sichtweise heraus. Er geht auch auf die Frage ein, wie sich im Verlaufe der Geschichte die Akzeptanz von Autorität und Herrschaft in den Köpfen der Menschen festsetzen konnte. Welches sind die sozial-psychologischen Voraussetzungen für Massenverehrungen, Führerkulte oder schlicht Staatlichkeit ?

Ich verstehe diesen Text als Beitrag zur Ausformung einer anarcho-syndikalistischen Geschichtsbetrachtung, welche wir benötigen, um - von den Geschichtsverklärern von rechts und links unabhängig - auf unseren Erfahrungen und die unserer VorgängerInnen aufbauend, die zukünftige Gesellschaft in einem freiheitlich-emanzipatorischen Sinne gestalten zu können. Damit möchte ich das Buch „Nationalismus und Kultur“ sehr empfehlen und noch mal darauf hinweisen, dass der folgende Artikel nur eine sehr komprimierte Darstellung bietet. Die Anmerkungen beziehen sich auf die 1999 in Münster erschienene Ausgabe der Bibliothek Theleme.

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Heft Nr. 2
Nonameous - Kleiner Leitfaden zur Geschichte und Inhalten des Anarchismus

Liebe LeserInnen, diese Broschüre soll Euch einen Einstieg in die Geschichte, die Strömungen und wesentliche Inhalte anarchistischer Ideen ermöglichen. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Der Verfasser hat sich bemüht, keine eigene Wertung in diese Ausarbeitung mit einfließen zu lassen. Ihr sollt Euch eigene Gedanken machen und ich hoffe, diese Broschur gibt Euch vielleicht Anstoß zu weiteren Auseinandersetzungen mit dieser Idee. Anarchismus ist die politische Verarbeitung einer psychologischen Reaktion auf Autorität, die in allen menschlichen Gruppen auftritt. Er bedeutet das Widerstreben gegen Autorität. Anarchie ist die Forderung nach einer Gesellschaft ohne Herrschaft, weil ihrer Auffassung nach Menschen Freiheit und Gleichheit auch in eigener Zuständigkeit realisieren können. In einer staatlichen Gesellschaft führt Machtkonzentration immer auch zu Korruption und somit zu einer ungerechten Verteilung des Wohlstandes. Wenn Menschen – nach Meinung der Staatsbefürworter – nicht selbst auf sich aufpassen können, wie kann von diesen dann eine gerechte Regierung über die anderen erwartet werden? Anarchisten verstehen sich selbst als Denker, die über unterschiedliche Denkansätze mit anderen Anarchisten streiten, aber immer getragen von Toleranz gegenüber anderen Strömungen. Sie sind offen und ohne geistige Barrieren; sie streben ein Denken ohne Grenzen an. Staatsbefürworter sind Anhänger von Ideologien und somit Dogmatiker, gefangen vom Absolutheitsanspruch ihrer grundlegenden Staatsdoktrin, intolerant gegenüber Andersdenkenden. Nicht zuletzt: die nachfolgend aufgezählten Strömungen und Ideen sind keine Ismen. Sie erklären sich aus der Geschichte und haben sich aus ihrer jeweiligen kulturellen Identität besonders intensiv mit Teilen des anarchistischen Weltbildes befasst. Moderne Anarchisten und libertäre Menschen begründen ihr Weltbild deshalb mit Erkenntnissen aus all diesen historischen Bewegungen und lehnen es ab, sich irgendeiner einzigen Strömung zuordnen zu lassen, obwohl staatsbefürwortende Kritiker immer wieder versuchen, Anarchisten in ideologische Schubladen zu pressen.

Umfang: 1 Bild(er) auf 16 Seiten
Titelseite von Heft Nr. 2
Titelseite von Heft Nr. 2
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Heft Nr. 3
Juan Peiro - Syndikalismus & Anarchismus
Umfang: 1 Bild(er) auf 12 Seiten
Titelseite von Heft Nr. 3
Titelseite von Heft Nr. 3

Die fünfzehn Kapitel dieses Buches sind ursprünglich Artikel aus verschiedenen Zeitun-gen gewesen und 1928/29 erschienen. Sie nahmen jeweils Stellung zu laufenden Dis-kussionen innerhalb der C.N.T. Peiró war damals Sekretär im nationalen Komitee der C.N.T. 1931 erschienen die einzelnen Artikel zusammengefasst als Buch unter dem Titel Ideas sobre sindicalismo y anarquismo, herausgegeben von der Gruppe Solidaridad aus Barcelona. Die gekürzte Übersetzung folgt der Neuauflage durch die Exil C.N.T. in Mexico aus dem Jahre 1959. Dort ist der Text zusammen mit einem Aufsatz über die Organisation der C.N.T. unter dem Titel Pensamiento de Juan Peiró erschienen.

Organische Struktur der Gewerkschaften


Der industrielle Kapitalismus tendiert immer mehr zur Zentralisierung. Seine Struktur verändert sich von der einfachen zur vielschichtigen Organisationsform. Ein Industriezweig z.B., der abhängig ist von anderen Industriezweigen und Zulieferbetrieben – und das sind die meisten -, neigt dazu, diese Betriebe zu schlucken, bis sie alle zusammen einen großen Industriebetrieb bilden.
Wenn wir als Modell einen großen Konzern der Metallindustrie nehmen, der etwa Maschinen herstellt, werden wir sehen, dass der Konzern die Herstellung der Maschinen von den kleinsten Teilen bis zu dem Zeitpunkt übernimmt, an dem sie auf den Markt kommen. Der Konzern wird außerdem seine Macht auf die Bergwerke und Stahlwerke ausdehnen – was heute bereits in den USA, England, Frankreich, Deutschland und in anderen Industrieländern geschieht. Dadurch gelingt es ihm, zwei Industriezweige, von denen er vorher abhängig war, unter seine Kontrolle zu bringen. Eine ähnliche Tendenz können wir durchaus auch in den anderen Industriezweigen beobachten.
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Heft Nr. 4
Vor dem Anschlag ist nach dem Anschlag

Der rechte Terror der islamischen Fundamentalisten dient der NATO nach den (noch ungeklärten) Attentaten auf die USA dazu den Bündnisfall auszurufen. Die Folgen sind offensichtlich: Polizei, Geheimdienste und Militär machen Jagd auf ihre Feinde oder wen sie als solche bezeichnen.

Nach dem Bombenterror gegen Jugoslawien, der gegen die Menschenrechts- und Kriegskonventionen verstieß, ist die westliche Wertegemeinschaft im Begriff durch einen gemeinsamen Krieg gegen islamische Terrorgruppen die Rolle der Weltpolizei zu erobern.

Sei es der nationalrevolutionäre Staat Libyen, seien es die antisemitischen Regime in Syrien oder Afghanistan - die Christen des westlichen Militärbündnisses NATO und ihre Verbündeten im Nahen Osten legen nach den Anschlägen gegen das World Trade Centre und das Pentagon nicht die Waffen nieder, sondern rüsten weiter zum religiös-fanatischen Kampf des Guten gegen das Böse (Bush Jr.) - und zum raketengestützten Krieg der Sterne im Orbit unseres Planeten.

Ohne Rücksicht auf eine mögliche Eskalation des Nahost-Konfliktes will die US-Regierung Rache üben für den menschenverachtenden Terror, der erstmalig nun auch dasjenige Land erreicht hat, dessen Militärpolitik ebenso menschenverachtend Millionen Leben vernichtete: Vietnam, Irak, Jugoslawien waren nur einige der Schlachtfelder auf denen US-amerikanische Soldaten oder Militärberater die Genfer Konventionen und die allgemeinen Menschenrechte mit Stiefeln zertreten und unter Bombenteppichen begraben haben.

Zahlreiche religiös-fanatische Gruppen, wie die afghanischen Taliban (einst Hilfstruppen der USA im Kampf gegen die UdSSR) und ihr derzeitiger Schützling Osama Bin Laden, ganz zu Schweigen von Saddam Hussein oder der Hamas, haben sich dem bewaffneten Konflikt gegen die USA verschrieben. Diese Antisemiten bekämpfen nicht nur das Judentum, sondern auch diejenigen politischen Kräfte, die im Nahost-Konflikt an der Seite Israels stehen.

Umfang: 1 Bild(er) auf 16 Seiten
Titelseite von Heft Nr. 4
Titelseite von Heft Nr. 4
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Heft Nr. 5
Noam Chomsky - Bush der Bruchpilot
Umfang: 1 Bild(er) auf 8 Seiten
Titelseite von Heft Nr. 5
Titelseite von Heft Nr. 5

Der Krieg im Irak ist nicht zu Ende, und die Außenminister der Arabischen Liga haben beschlossen, den von den Amerikanern eingesetzten provisorischen Regierungsrat in Bagdad nicht anzuerkennen. Unterdessen gerät US-Präsident Bush zu Hause unter Druck, weil keine Hinweise auf Massenvernichtungswaffen auftauchen und immer deutlicher zutage tritt, wie die Öffentlichkeit vor dem Einmarsch manipuliert und hinters Licht geführt wurde. Das könnte die Strategie der Republikaner gefährden, die für die Wiederwahl von George W. Bush im November 2004 auf außenpolitische Erfolgsmeldungen setzen.

Von NOAM CHOMSKY * Sprachwissenschaftler und politischer Autor, seit 1961 Professor am Massachusetts Institute of Technology, Boston. Auf Deutsch zuletzt erschienen: „Media control - wie Medien uns manipulieren“, Hamburg (Europa Verlag) 2003.

DER September 2002 war für die Außenpolitik der Vereinigten Staaten ein entscheidender Monat. Er brachte drei Ereignisse von erheblicher Tragweite, die eng miteinander zusammenhängen. Erstens veröffentlichten die USA ihre neue „Nationale Sicherheitsstrategie“. Zweitens begannen sie die Kriegstrommeln zu rühren. Und drittens entschied sich im Zwischenwahlkampf zum Kongress, dass die Bush-Regierung ihr radikales außen- und innenpolitisches Programm weiter durchziehen konnte.

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Heft Nr. 6
Rudolf Rocker - Wir und die Marxisten

Diesmal von Rudolf Rocker, einem der Mitbegründer der anarcho-syndikalistischen Theorie. Rocker (1873-1958) war Sekretär der Geschäftskommission der FAUD und somit Mitherausgeber und Dauerpublizist des FAUD-Organs „Der Syndikalist und zudem Mitbegründer der 1922 wiederbelebten Internationalen Arbeiter Association (IAA). Der folgende Text ist ein Auszug aus dem Leitartikel Wir und die 'Marxisten', erschienen im Syndikalist vom 15.02.1919
„...Die Syndikalisten sind der Meinung, dass der Sozialismus, abgesehen von seiner Bedeutung als allgemeiner Kulturfaktor, in erster Linie eine wirtschaftliche Frage ist. Aus diesem Grunde sehen sie in der wirtschaftlichen Organisation der Arbeiterklasse das wichtigste Instrument zur sozialen Befreiung. Für den Syndikalismus ist die Gewerkschaft nicht eine einfache Körperschaft zur Verteidigung lokaler Fachinteressen, sondern eine von sozialistischem Geiste getragene revolutionäre Klassenorganisation, die durch die Ausübung einer praktischen und natürlichen Solidarität jedem wirtschaftlichen Kampfe einen sozialen Charakter zu geben sucht. Der Syndikalismus ist sich vollständig klar über die gewaltige Bedeutung der ökonomischen Verhältnisse in der geschichtlichen Entwicklung, aber lehnt es ab, in den Menschen lediglich willenlose Organe des jeweiligen Produktionsprozesses zu sehen und auf diese Art die ökonomische Entwicklung zur Grundlage eines pseudowissenschaftlichen Fatalismus zu machen, der ebenso lähmend auf das Handeln der Menschen einwirken muss, wie jeder religiöse Fatalismus. Aus diesem Grunde teilt der Syndikalismus auch nicht den unbegründeten Glauben, dass der Kapitalismus notwendigerweise zum Sozialismus führen muss, er geht vielmehr von dem Grundsatz aus, dass die Verwirklichung des Sozialismus in erster Linie von dem bewussten Willen und der revolutionären Tatkraft der Arbeitermassen abhängig ist. [...]“

Umfang: 1 Bild(er) auf 4 Seiten
Titelseite von Heft Nr. 6
Titelseite von Heft Nr. 6
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Heft Nr. 7
Paul Mattick - Bolschewismus und Stalinismus
Umfang: 2 Bild(er) auf 16 Seiten
Titelseite von Heft Nr. 7
Titelseite von Heft Nr. 7

Diese Schrift, des Rätekommunisten Paul Mattick (1904 – 1981), zeigt in prägnanter Weise, die untrennbare Einheit des bolschewistischen Lenin/Trotzki/Stalinismus auf. Diese drei tragischen Figuren der russischen Revolution sind ideologisch miteinander ver(kern)schmolzen. Trotzki versuchte immer krampfhaft sich auf Stalins Kosten reinzuwaschen. Dies gelingt ihm aber nicht wirklich, da er es nicht wagen kann, Lenin, und damit sich selbst, anzutasten. Dies alles stellt Mattick auf wunderbare Weise zusammen.
Allerdings ist Mattick, als Rätekommunist, dann selber nicht in der Lage, den blutroten Faden wieder aufzugreifen, und diesen bis zum Urvater Karl Marx zurückzuführen, weil er sonst wiederum seine marxistische Position antasten müsste. Z. B. erkennbar in der Auseinandersetzung zwischen Michael Bakunin und Marx in der 1. Internationale. Die Idee des Kommunismus wurde von denen, die sich selbst als Kommunist/innen titulier(t)en, am allermeisten diskreditiert und vernichtet.
Beim Rätesystem ist der Unterschied zwischen Lenins: Alle Macht den Sowjets! und den Vorstellungen der Rätekommunist/innen des Schlages Paul Mattick unüberbrückbar groß. Es existieren zwar auch Unterschiede zwischen dem Rätekommunismus und den Vorstellungen über das Räteprinzip von Uns Anarchosyndikalist/innen & Anarchist/innen, diese lassen sich allerdings inhaltlich überbrücken.
Dies an dieser Stelle darzulegen würde den Rahmen dieser anarcho-syndikalistischen Info-Flugschrift sprengen. Wir werden dies in weiteren Texten in dieser anarcho-syndikalistischen Info-Flugschriften-Reihe darlegen und nachweisen.

D e r     K o m m u n i s m u s     i s t     t o t     ---     e s     l e b e     d i e     A n a r c h i e ! ! !
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Heft Nr. 8
Paul R. Schwarz - Winner take nothing oder Der Friede ist eine Frucht der Gerechtigkeit

Wer heute davon ausgeht, dass die weltweit anstehenden ökonomischen Probleme mit noch mehr Liberalismus im Marktgeschehen, mit noch mehr Flexibilisierung und Privatisierung in der gesamten Wirtschaft, mit noch mehr Freiheit für die Kapitalflüsse zu lösen sind, der wird sich noch wundern. Zahlen, Fakten und Analysen zur aktuellen Lage der Weltwirtschaft.
Zu den häufig vorgetragenen Rechtfertigungen des Kapitalismus gehört das Argument, dass ein auf Akkumulationszwang beruhendes Wirtschaftssystem reichtumsfördernd wirke, was letztlich allen Gesellschaftsmitgliedern zugute komme. Die heute zunehmende Kluft zwischen Arm und Reich lässt solche Argumentationslinien jedoch zunehmend ohne reale Grundlage erscheinen. Das Verhältnis der Einkommen der ärmsten 20 Prozent der Weltbevölkerung zu den reichsten 20 Prozent war im Jahr 1960 mit 1:30 gegeben, 1980 hatte sich die Spanne auf 1:45 vergrößert, im Jahr 2000 verdiente das reichste Fünftel rund das 80fache gegenüber dem ärmsten. Zweifellos hat diese Entwicklung etwas mit der verschärften Situation auf den globalisierten Arbeitsmärkten zu tun. In den 1950er Jahren kamen beispielsweise auf jeden nordamerikanischen Arbeitnehmer 2,8 Wettbewerber aus anderen Industrieländern. Nach dem Ende des kalten Krieges stieg die Zahl der Wettbewerber sprunghaft an.

Umfang: 4 Bild(er) auf 12 Seiten
Titelseite von Heft Nr. 8
Titelseite von Heft Nr. 8
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Heft Nr. 9
RBH - Die Arbeit abschaffen
Umfang: 1 Bild(er) auf 8 Seiten
Titelseite von Heft Nr. 9
Titelseite von Heft Nr. 9

Um mögliche, aber unnötige Missverständnisse zu vermeiden, fangen wir mit einer Definition von „Arbeit“ an: Arbeit ist menschliche Tätigkeit, aber nicht jede menschliche Tätigkeit ist Arbeit. Arbeit ist die Tätigkeit, die man unter gegebenen Umständen verrichten muss, um sich die Mittel zum Leben zu verschaffen.

Heutzutage muss man die Mittel zum Leben kaufen, deshalb kann die Definition für heute auch lauten: Arbeit ist die Tätigkeit, mit der man Geld verdienen oder Geld ausgeben vermeiden kann. Dass Arbeit notwendige Tätigkeit ist, bedeutet auch, dass Arbeit immer Zwang ist. Was notwendig ist, hat immer die jeweilige Gesellschaftsordnung bestimmt (ist eine Pyramide notwendig? Ein Laptop?). Und Gesellschaft bedeutete in den letzten Paartausend Jahren Klassengesellschaft. An der Frage, wer arbeitet und wer nicht, hat sich jedes Klassenverhältnis entschieden. Arbeit ist also eine historische Kategorie, keine anthropologische.

Geschichte

Menschen gibt es seit mindestens zwei Millionen Jahren. Bauern seit 10000 Jahren, Maschinenarbeiter seit 200 Jahren, Programmierer seit 40 Jahren. Und bis in die Neuzeit hinein waren sich die Menschen durchaus bewusst, dass Arbeit keine Naturnotwendigkeit ist. Die Sehnsucht nach dem Paradies, dem goldenen Zeitalter, der Utopia des Thomas Morus drückt dieses Bewusstsein aus. Und die Hoffnung, dass mit der Überwindung der Klassengesellschaft auch der Arbeitszwang abgeschafft wird.

Alle Worte für „Arbeit“ in den europäischen Sprachen - lateinisch und englisch labor, griechisch ponos, französisch travail, deutsch Arbeit - bedeuten ursprünglich Mühsal im Sinne von Unlust und schmerzverursachenden Anstrengungen (z. B. Geburtswehen).

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Heft Nr. 10
Peter Kropotkin - Anarchismus & Syndikalismus

Von den verschiedensten, Seiten werden wir gefragt: Was ist Syndikalismus und welcher Art sind seine Beziehungen zum Anarchismus?' und wir werden hier unser Bestes tun, um diese Fragen zu beantworten.

  Syndikalismus ist in der Tat nur ein neuer Name für eine alte Taktik, zu der vor langer Zeit schon die Arbeiter Großbritanniens ihre Zuflucht, und zwar erfolgreich Zuflucht genommen haben: der Taktik der direkten Aktion. der Arbeit gegen das Kapital auf wirtschaftlichem Gebiete. Eine solche Kampfesart war ihre bevorzugteste Waffe. Und schon in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts haben die britischen Arbeiter, ohne das Stimmrecht zu besitzen, durch Anwendung nur dieser Waffe große wirtschaftliche Vorteile errungen, eine starke gewerkschaftliche Organisation geschaffen und sogar die herrschenden Klassen gezwungen, Ihre Forderungen in der Arbeitergesetzgebung (ein ausgedehntes politisches Wahlrecht eingeschlossen) anzuerkennen. So erwies sich die direkte Aktion auf wirtschaftlichem Gebiete als eine bedeutsame Waffe sowohl zur Erreichung wirtschaftlicher Resultate, wie auch zur Erringung einiger politischer Konzessionen.

  Diese Idee war in England so stark, daß in den Jahren 1830/31 Robert Owen versuchte, eine große nationale Gewerkschaft und eine internationale Arbeiterorganisation zu gründen, die durch direkte Aktion das Kapital bekämpfen sollten. Nur die grimmigen Verfolgungen der britischen Regierungen zwangen ihn, diese Idee aufzugeben.

Umfang: 1 Bild(er) auf 12 Seiten
Titelseite von Heft Nr. 10
Titelseite von Heft Nr. 10
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Heft Nr. 11
Über Kropotkin - Die Theorie des kommunistischen Anarchismus
Umfang: 1 Bild(er) auf 4 Seiten
Titelseite von Heft Nr. 11
Titelseite von Heft Nr. 11

Kropotkins Philosophie ist der Wesensgehalt der gesamten sozialistischen Weltanschauung. Rudolf Rocker   Fürst Peter Kropotkin wurde am 9. Dezember 1842 in Moskau geboren. Als unmittelbarer Abkömmling der königlichen Familie wurde Kropotkin von Zar Nikolaus I. für die Erziehung am Hof als persönlicher Page seines Sohnes Alexander II. ausgewählt. Dies war eine aufgezwungene Ehre für Sohn und Eltern, sehr entbehrungsreich, und es gab kaum eine Möglichkeit, aus dem Pagenkorps in Petersburg herauszukommen. Nach Ablauf dieser Zeit meldete sich Kropotkin zu den Amur-Korsaken. Diese Entscheidung war ungewöhnlich, doch hoffte er, in Sibirien an umfassenden sozialen Reformen teilnehmen und gleichzeitig seinen wissenschaftlichen (geographischen) Interesse nachgehen zu können. Er wurde Adjutant des Gouverneurs von Transkaibal, der ihn beauftragte, Untersuchungen über das Strafsystem in Sibirien anzustellen. Die barbarischen Eindrücke, die Kropotkin hierbei gewann, veröffentlichte er 1887 in seinem Buch In russian and french prisons.

  1861 begann sich Kropotkin für anarchistische Theorie zu interessieren, nachdem er von dem in der Verbannung lebenden Dichter M. L. Mikhailow angeregt wurde, Proudhons Schrift über die ökonomischen Widersprüche zu lesen. Es wurde ihm bald klar, dass es völlig unmöglich ist, für die große Masse des Volkes auf dem gewöhnlichen Wege der Verwaltung etwas wirklich Heilsames zu schaffen. Dieser Illusion entsage ich ein für allemal. (Memoiren) So quittierte er 1866 den Militärdienst und ging nach Petersburg, wo er sich in den folgenden Jahren internationales Ansehen durch seine wissenschaftlichen Studien erwarb. Als der Aufstand der Pariser Kommune, mit der Kropotkin sehr sympathisierte, 1871 niedergeschlagen wurde, entschloss er sich, seine Laufbahn vollends aufzukündigen und sich stattdessen für die Befreiung des Volkes einzusetzen.

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Heft Nr. 12
Fernand Pelloutier - Anarchismus & Gewerkschaft

Ich kenne viele Arbeiter, die zwar vom parlamentarischen Sozialismus enttäuscht sind, die aber noch zögern, sich zum libertären Sozialismus zu bekennen, da ihrer Meinung nach die ganze Anarchie im individuellen Gebrauch von Sprengstoff besteht. Ich kenne aber auch zahlreiche Anarchisten, die sich, übrigens auf Grund eines alten Vorurteils, von den Gewerkschaften fernhalten und sie sogar bekämpfen, weil diese Organisationen eine Zeitlang wahre Brutstätten zukünftiger Deputierter gewesen sind. In Saint-Etienne (das weiß ich aus sicherer Quelle) verehren die Mitglieder der Gewerkschaften beispielsweise Ravachol. Aber keiner von ihnen würde es wagen, sich als Anarchist zu bezeichnen, da er den Eindruck zu erwecken fürchtet, als ob er die Vorbereitung des kollektiven Aufstandes zugunsten der individuellen Revolte aufgegeben habe. In Paris, Amiens, Marseille, Roanne und hundert weiteren Städten dagegen bewundern die Anarchisten den neuen Geist, der seit zwei Jahren in den Gewerkschaften Einzug gehalten hat. Dennoch wagen sie es nicht, dieses revolutionäre Feld zu betreten, um die dort von den harten Erfahrungen ausgesäte gute Saat aufkeimen zu lassen. Gleichzeitig aber trennt Misstrauen die Gewerkschaftsmitglieder von den Anarchisten, die doch fast alle in gleicher Weise aufgeklärt und geistig auf Grund eines gemeinsamen Zieles und der Einsicht - bei den einen noch vage Vorstellung, bei den anderen bereits Überzeugung - in die Notwendigkeit eines Gewaltaktes miteinander verbunden sind. Die Gewerkschafts-mitglieder nämlich glauben, dass die Anarchisten systematisch jede Gemeinschaftsaktion ablehnen, während die Anarchisten von einem Zusammenschluss nichts wissen wollen, von dem sie meinen, dass er zur Veräußerung der individuellen Freiheit führen müsse.

  Indessen schreitet die Annäherung, die in einigen großen Industrie- und Gewerbezentren begonnen hat weiter fort. Ein Genosse aus Roanne hat den Lesern von Les Temps Nouveaux neulich mitgeteilt, dass die Anarchisten in dieser Stadt nicht nur den korpo-rativen Organisationen beigetreten sind, sondern dass sie dank ihres Einsatzes und ihres Bekehrungseifers auch eine moralische Autorität gewonnen haben, die sich auf die Propaganda äußerst günstig auswirkt. Diese Angaben über die Gewerkschaften von Roainne könnte ich für viele Gewerkschaften in Algier, Toulouse, Paris, Beauvais, Toulon usf. bestätigen, die sich heute unter dem Eindruck der anarchistischen Propaganda mit dem Studium der politischen Theorien befassen, von denen sie gestern, als sie noch unter dem Einfluss des Marxismus standen, nicht einmal reden hören wollten. Nun nach den Ursachen dieser früher für unmöglich gehaltenen Annäherung zu fragen und die einzelnen Phasen, die diese durchlaufen hat, zu erforschen, bedeutet, das restliche Misstrauen zu beseitigen, das dem revolutio


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